Dieb gibt nach drei Jahren 1200 Euro zurück

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Glückliche Sonja Parzik: Nach drei Jahren hat ihr ein Dieb ihre 1200 Euro wieder zurückgegeben

München - Überraschung für Friseurmeisterin Sonja Parzik: Ein Dieb hat ihr seine Beute zurückgegeben. "Mein kleines Wunder", sagt sie. Dabei hat alles mit einer unheimlichen Begegnung angefangen.

Glauben Sie noch an das Gute im Menschen? Zugegeben, das fällt einem immer schwerer in Zeiten, in denen alle nur noch auf der Jagd nach dem eigenen Vorteil zu sein scheinen. Aber es gibt sie noch: Geschichten, die zeigen, dass man die Hoffnung nie aufgeben darf. Friseurmeisterin Sonja Parzik hat so eine erlebt. „Mein kleines Wunder“, sagt sie, wenn sie sich an den Abend des 23. Dezember erinnert. Dabei hat alles mit einer unheimlichen Begegnung angefangen.

Es ist kurz vor 19 Uhr, als die sympathische Haarkünstlerin mit ihrem Fiat 500 vor ihrem Friseurstüberl in Haidhausen einparkt. Da klopft plötzlich ein Mann ans Fenster. „Sind Sie Frau Parzik?“ Als sie „Ja“ sagt, steigt er einfach ein. Er ist ihr bedrohlich nah, aber dann sagt er: „Ich hab’ ein Weihnachtsgeschenk für Sie.“ Er drückt ihr einen Umschlag in die Hand.

Eine Einladung, Werbung – schießt es Sonja Parzik durch den Kopf. Doch als sie das Kuvert aufreißt, hält sie vier Geldscheine in der Hand. Zwei Fünfhunderter und zwei Hunderter. „Das kann nicht für mich sein“, sagt sie. Aber der Mann sagt: „Doch!“ Und fügt hinzu: „Erinnern Sie sich an Weihnachten vor drei Jahren?“

Sonja Parzik grübelt, dann fragt sie „Taxi?“ Der Unbekannte nickt, steigt aus und ist wie vom Erdboden verschluckt.

Währenddessen spult Sonja Parzik in ihrem Gedächtnis zurück – zum Weihnachtsfeiertag 2008. Damals ist sie unterwegs zum Gansl-Essen bei ihren Eltern. Dafür winkt sie sich am Giesinger Bahnhof ein Taxi heran. Alles ist wunderbar, doch nach dem Essen fällt ihr auf, dass ihr Geldbeutel weg ist. Die Friseurin ist sicher, dass er ihr im Taxi aus dem Mantel gerutscht ist. Aber in welchem Taxi? „Ich hatte keine Nummer, nichts.“ Trotzdem bittet sie die Taxizentrale um Hilfe. Vielleicht meldet sich der Fahrer ja …

Der Verlust ist bitter: „Die Börse war voll. Das Geld war für die Bezahlung einiger Rechnungen eingeplant.“ Rund 1200 Euro insgesamt. Außerdem sind Ausweis, EC-Karte, Führerschein und Kfz-Schein weg. Doch der Taxler meldet sich nicht. Immerhin: Eine Woche später liegt der Geldbeutel im Briefkasten – mit allen Papieren aber nur noch fünf Euro. Den Rest schreibt Sonja Parzik endgültig ab.

Bis zu diesem Freitag vor dem Heiligen Abend 2011. Ob dem Taxler das schlechte Gewissen keine Ruhe gelassen hat? „Vielleicht hat er das Geld ja damals dringend gebraucht?“ Die Friseurin hätte viele Fragen an den Unbekannten…

Wie sah er aus? „Um die 60, 1,80 Meter groß, südländischer Typ, vielleicht kommt er aus Kroatien – ich fand ihn sehr sympathisch. Es wär’ sicher spannend, bei einer Tasse Kaffee mehr über ihn zu erfahren.“

WdP

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