Festnahme am Hauptbahnhof

Schon 48 Anzeigen - doch Dieb will weiterstehlen

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Am Hauptbahnhof beging der 53-Jährige seinen vorerst letzten Diebstahl

München - Ein notorischer Dieb ist der Bundespolizei am Hauptbahnhof ins Netz gegangen. Seit Januar 2013 hat er 48 Strafanzeigen angehäuft. Doch von Reue keine Spur: Der 53-Jährige will sogar weitermachen.

Einem aufmerksamen Angestellten ist es zu verdanken, dass die Bundespolizei am Sonntagmorgen einen bundesweit gesuchten Obdachlosen festnehmen konnte. Der 53-Jährige, der ursprünglich aus Obersprockhövel im südlichen Ruhrgebiet kommt, hatte in einem 24-Stunden-Shop am Hauptbahnhof Waren im Wert von 30,55 Euro mitgehen lassen. Darunter befanden sich mehrere Dosen Coca-Cola, Fertigkuchen von Bahlsen und Schokoladenostereier, die er alle in einen leeren Waschmittelkarton packte und dann ohne zu zahlen den Laden verließ. Der Kassierer, der dies bemerkte, alarmierte daraufhin die Polizei.

Als die Beamten den Mann gegen 8.30 Uhr festnahmen, staunten sie nicht schlecht: Der 53-Jährige hatte bereits in ganz Deutschland sein Unwesen getrieben und seit dem 1. Januar 2013 insgesamt 48 Straftaten, darunter Eigentumsdelikte und Hausfriedensbrüche, begangen - und das sind nur die, die den Behörden auch bekannt sind. Er war außerdem zur Aufenthaltsermittlung und zur polizeilichen Beobachtung ausgeschrieben. Es stellte sich zudem heraus, dass er in den vergangenen vier Tagen mit der Bahn quer durch Deutschland gefahren war - immer ohne Fahrschein.

Mann will Lebensunterhalt weiter mit Diebstahl bestreiten

Als die Beamten den Mann weiter verhörten, stellte sich heraus, dass sein Gepäck aus drei Koffern und drei Taschen bestand - der Inhalt hauptsächlich Diebesgut. Doch statt Reue zu zeigen, kündigte der 53-Jährige gegenüber den Polizisten an, auch weiterhin Straftaten begehen zu wollen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Da sich der notorische Dieb dem Polizeibericht zufolge  in einem desolaten Zustand befand und kaum selbst gehen konnte, brachten ihn die Beamten zunächst ins Krankenhaus. Dort kümmerten sich Ärzte um seine offenen Beine, bevor er schließlich in eine Haftanstalt verlegt wurde. Am Montag soll er dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dieser wird entscheiden, was mit dem 53-Jährigen geschieht.

mm

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