Wer hat mein rosa Pferd geklaut?

Diebe lassen Kunstwerk von Jonathan Meese mitgehen

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Künstler Jonathan Meese: „Es ist eine blonde Amazone auf dem trojanischen Pferd.“

Einen echten Jonathan Meese besitzen! Manchem Kunstkenner geht bei diesem Gedanken das Herz auf. Wie auch einem Münchner Geschäftsmann. Der kaufte von dem berühmten Berliner Künstler ein rosarotes, kleines Pferd. Und das ist jetzt weg.

München - Was passiert ist? Anscheinend haben sich Diebe das bunte Glitzer­pony – inklusive blonder Reiterin – geschnappt. Der Wert: gut 10.000 Euro.

Geklaut: Das rosa Pferd.

Die Kunst-Klauer drangen anscheinend gezielt bei dem 51-jährigen Sammler in dessen Büro in der Brienner Straße (Maxvorstadt) ein. Wie die Langfinger in das Büro kamen, ist noch unklar. Außer der Skulptur fehlt jedenfalls nichts. Sie setzten alles auf das rosa Pony. Die Figur des extravaganten Künstlers ist leicht zu verstecken – sie ist 46 Zentimeter Mal 39,5 Zentimeter Mal 23 Zentimeter groß. Original-Titel: „Reiterin auf Schaukelpferd“. Die ausführliche Beschreibung der Figur von Provokateur Meese persönlich: „Rotation ’Sei spitz: Pupsdemokratie ist nicht Hü; nicht Hot, also Hui-Buhisiere Dich, wie unter den Fohlen“ aus dem Jahr 2011. Auf tz-Anfrage erklärt Meese sein Kunstwerk folgendermaßen: „Es ist eine blonde Amazone auf dem trojanischen Pferd. Es ist der Triumphzug Kunst.“

In der Pinakothek der Moderne hat der Provokateur übrigens gerade eine Einzelschau. „Die Irrfahrten des Meese“ sind bis 3. März zu sehen. Zufall?

Meese, ein extravaganter Künstler

So ungewöhnlich der Pony-Schaukelpferd-Titel ist, so extravagant ist auch der Künstler. Er thematisiert überwiegend Persönlichkeiten der Weltgeschichte und Heldensagen. In Bayreuth sollte er 2016 den Parsifal inszenieren, wurde nach mehrfachen Hitlergrüßen, für die er mehrfach verklagt wurde, allerdings wieder rausgeworfen. In einem Interview mit der tz sagte er dazu, dass er keine Realität bediene, sondern Kunst. Er stand wegen der Hitlergrüße schon vor Gericht, die Justiz erkannte die Kunst jedoch an. Freispruch!

Jetzt stellt sich die Frage: Wer hat das rosa Pferd gesehen? Hinweise an die Polizei unter der Nummer 089/29 10-0.

Der Künstler

Jonathan Robin Meese wurde am 23. Januar 1970 in Tokio geboren. Mitte der 1970er-Jahre kehrte seine Mutter, Brigitte Meese, mit den Kindern nach Deutschland zurück. Meese studierte von 1995 bis 1998 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, brach das Studium jedoch ohne Abschluss ab. Der Maler Daniel Richter empfahl seinen Freund Meese den Galeristen Nicole Hackert und Bruno Brunnet von der Berliner Galerie „Contemporary Fine Arts“, woraufhin diese den jungen Künstler unter Vertrag nahmen. Der Kunstverein Kehdingen stellte in einer Gruppenausstellung Jonathan Meese erstmals öffentlich aus.

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