Bierfass-Bande schlägt bei Paulaner zu 

München - 400 in München, 576 in Freising, 740 in Andechs und 650 in Tuntenhausen: Eine Diebesbande hat es auf Alu-Bierfässer abgesehen und damit mehrere Brauereien um über.100 000 Euro erleichtert.

Bierdurst kann nicht der Grund gewesen sein: Unbekannte Diebe haben mehr als 400 leere Alu-Bierfässer vom Paulaner-Firmengelände im Münchner Stadtteil Au gestohlen. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, hatten vermutlich mehrere Täter in der Nacht zum Dienstag Teile des Zauns entfernt und anschließend wohl mit einem größeren Transporter die Fässer gestohlen. Das Diebesgut ist etliche tausend Euro wert. Die Polizei geht davon aus, dass es die Diebe auf das Aluminium, aus dem die Fässer bestehen, abgesehen haben.

Offenbar ist der Diebstahl in München der jüngste in einer ganzen Serie. Die Vorgehensweise bei mehreren Fällen von Fässerklau deutet laut Polizei in Ingolstadt darauf hin, dass es sich um ein und dieselbe Bande handeln könnte. Erst in der Nacht zum Sonntag hatten Diebe 576 Bierfässer in einer Brauerei in Freising im Wert von 30 000 Euro geklaut. Im April gelang den Dieben ihr bislang größter Coup: 740 Fässer im Wert von 58 000 Euro verschwanden vom Gelände der Klosterbrauerei Andechs. Im oberbayerischen Tuntenhausen erbeuteten sie im selben Monat 650 Fässer im Wert von 21 000 Euro. Insgesamt schlugen die Täter siebenmal in Bayern zu. Weitere Fälle gab es in Baden-Würtemberg und Sachsen.

Hans-Peter Kammerer von der Polizei in Ingolstadt spricht von einem “neuen Kriminalitätsphänomen“. “Das ist wohl eine Bande, die sich auf das Stehlen von Aluminium-Fässern spezialisiert hat. Da muss ein hoher Grad an Organisation dahinter stecken. Um so eine immense Menge zu klauen, braucht man einen Lastwagen oder mehrere Transporter“, sagte er. Paletten mit so vielen Fässern seien meterhoch gestapelt. Das Verladen müsse Stunden gedauert haben.

Die Polizei vermutet, dass die Aluminium-Fässer im benachbarten Ausland zu Geld gemacht werden. “Potenzielle Opfer müssen nun sensibel reagieren und bei Verladeaktionen prüfen, ob sie auch legal sind.“ - sofern sie davon etwas mitbekommen. “Es ist natürlich schwierig, so viele Fässer jetzt einfach in geschlossenen Bauten unterzubringen“, sagte Kammerer.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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