U3 fährt wieder über Bonner Platz

Diese Bau-Projekte stehen im Münchner U-Bahnnnetz an

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Im Münchner U-Bahnnetz stehen einige Bauprojekte an.

München - Die Gleiserneuerung im U3-Abschnitt zwischen Scheidplatz und Münchner Freiheit ist am 17. April abgeschlossen. Doch weitere Bau-Projekte folgen. Dabei kommt es auch zu Einschränkungen für Fahrgäste.

Seit 27. Februar läuft der groß angelegte Umbau des U-Bahnhofs Sendlinger Tor – und zahlreiche weitere Projekte werden folgen, wenn auch nicht in dieser Größenordnung: Die Stadtwerke München (SWM) planen für die kommenden Jahre umfangreiche Maßnahmen zur Sanierung und Modernisierung der bestehenden U-Bahn-Infrastruktur, um den Münchner Nahverkehr auf Dauer leistungsfähig zu halten. 

Die Bauarbeiten auf der U3 zwischen Scheidplatz, Bonner Platz und Münchner Freiheit werden am Montag, 17. April soweit abgeschlossen, dass die Züge wieder rollen können. Ab Dienstag, 18. April kehrt die U3 damit – vorbehaltlich letzter am kommenden Wochenende anstehender Testfahrten und Abnahmen – auf ihren angestammten Linienweg zurück. 

Das Verkehrsnetz der MVG kennt fast jeder. Andere spannende Fahrpläne, die Sie zu besonderen Orten in München bringen, haben Sie aber bestimmt noch nie gesehen - etwa zu Eisdielen, Bars, Biergärten oder Badeseen.

In den ersten Tagen, voraussichtlich bis zum Ende der Osterferien, wird die Streckengeschwindigkeit in beiden Tunnelröhren noch auf 50 km/h begrenzt sein, bis sich die Gleise im Zuge der ersten U-Bahnfahrten auf der runderneuerten Strecke endgültig gesetzt haben. Dies wird mitunter zu Verspätungen von wenigen Minuten führen. Kunden mit knappen Übergangszeiten bei Anschlüssen wird daher empfohlen, eine U3 früher zu nehmen als gewohnt. Für den Sommer sind außerdem abschließende Restarbeiten terminiert. Diese werden den U-Bahnbetrieb jedoch nur in Randzeiten am späten Abend tangieren. Der rund zwei Kilometer lange U3-Abschnitt zwischen Scheidplatz und Münchner Freiheit gehört zu den ältesten im Münchner U-Bahnsystem.

Dort wurden über 25 Wochen in beiden Richtungstunneln unter anderem 7.500 Tonnen Schotter, 3.300 Schwellen und 9.000 Meter Fahrschienen erneuert. 

Wie bereits angekündigt wird die bisher baustellenbedingte Verlängerung der U7 vom Westfriedhof zum Olympia- Einkaufszentrum auch nach Beendigung der U3-Baustelle beibehalten. 

Diese Änderungen stehen auch noch an - die MVG-Mitteilung im Wortlaut

Der Kern des rund 100 Kilometer langen Münchner U-Bahnnetzes kommt zunehmend in die Jahre. Nach mehr als 40 Jahren Dauereinsatz unter laufendem Betrieb müssen deshalb in Zukunft mehr Erneuerungsprojekte durchgeführt werden als dies in der Vergangenheit der Fall war. Dem Anlagenalter entsprechend stehen dabei zunächst die ältesten Teile des Netzes im Fokus, nämlich die U-Bahnlinien U3 und U6. Während bisher vorwiegend punktuelle Erneuerungen stattfanden, die in der Regel auf die kurze nächtliche Betriebspause der U-Bahn konzentriert werden konnten – etwa Schienenwechsel oder der Austausch verschleißanfälliger beweglicher Teile von Weichenanlagen –, müssen nun vor allem zahlreiche Weichen erstmals komplett erneuert werden. 

Geplant ist, in den kommenden Jahren auf der U3/U6 insgesamt rund 65 Weichen gegen neue Anlagen auszutauschen. 

Im Vorgriff auf ein ab 2019 geplantes Erneuerungsprogramm werden bereits heuer, nämlich ab Ende Mai, sieben Weichen am U-Bahnhof Kieferngarten sowie weiteren sieben Weichen im Gelände des Betriebshofs der U-Bahn (Technische Basis der U-Bahn) getauscht. Der U-Bahnbetrieb wird durch diese Bauarbeiten zu bestimmten Zeiten eingeschränkt, aber nicht in größerem Umfang unterbrochen. Ein ausgefeiltes Betriebskonzept stellt sicher, dass sich die Beeinträchtigungen für die Kunden in Grenzen halten. Nach derzeitigem Planungsstand müssen sich U6- Fahrgäste im Wesentlichen auf folgende Einschränkungen einstellen:

- Samstag, 27. Mai bis Freitag, 16. Juni: Der Bahnhof Fröttmaning wird montags bis freitags zu den Hauptverkehrszeiten nur alle 10 Minuten bedient. Die aus der Innenstadt kommenden Verstärkerzüge wenden bereits am Kieferngarten. 

- Samstag, 17. Juni bis Freitag, 23. Juli: Die U6 wird im Bf. Freimann in einen Nord- und Südast geteilt. Zur Weiterfahrt müssen Fahrgäste dort in beiden Fahrtrichtungen jeweils in den gegenüberstehenden Zug umsteigen. 

- Wochenende Freitag, 14. Juli (ca. 22 Uhr) bis Sonntag, 16. Juli: Die U6 wird zwischen den Bahnhöfen Studentenstadt und Kieferngarten unterbrochen und in diesem Abschnitt durch Busse ersetzt. 

Über Einzelheiten wird die MVG rechtzeitig vor Beginn der Bauarbeiten im Mai ausführlich informieren. 

Über die kommenden fünf Jahre sollen weitere 51 Weichen im U-Bahn- Betriebshof sowie an folgenden U3/U6-Bahnhöfen erneuert werden: Alte Heide, Dietlindenstraße, Harras, Holzapfelkreuth, Implerstraße, Münchner Freiheit, Odeonsplatz, Scheidplatz und Sendlinger Tor. Anschließend wird der Schwerpunkt auf der U2/U5 liegen (ab 1980 eröffnete Abschnitte). 

Zeitpunkt, Umfang und Auswirkungen der Erneuerungen sind unter anderem von der Örtlichkeit der Weichen im Netz, deren genauer Lage und der darüber abgewickelten Fahrbeziehungen, den vorhandenen Umfahrungsmöglichkeiten und weiteren externen Faktoren wie etwa der Terminierung von großen Events (v.a. Fußballsaison in der Allianz Arena) abhängig. Die Bauzeit ist nicht in jedem Fall gleichzusetzen mit einer entsprechenden Vollsperrung. An der Planung für die ab 2019 geplanten Maßnahmen wird derzeit noch gearbeitet.

Neben den Weichen steht auch weiterhin die Erneuerung von Schienen in einzelnen Streckenabschnitten auf dem Programm. Zu weiteren Projekten zählen – neben dem Umbau des Bahnhofs Sendlinger Tor und dem regelmäßigen Einsatz des Schleifzuges zur Reprofilierung der Schienen – unter anderem zahlreiche Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Tunnelröhren und U-Bahnbauwerke, darunter auch weitere Instandsetzungen von Fugenschäden an U-Bahnhöfen, die Erneuerung von Stromschienen und Stellwerkstechnik, der Tausch auch großer Rolltreppenanlagen etwa am Marienplatz und Hauptbahnhof sowie die Modernisierung von Werbeanlagen im Gleisbereich. Darüber hinaus sind während der Herstellung der 2. Stammstrecke bauzeitliche Ertüchtigungen unter anderem am U-Bahnhof Hauptbahnhof erforderlich.

Eine wochenlange Vollsperrung wie auf der U3 zwischen Scheidplatz und Münchner Freiheit ist derzeit zwar nicht notwendig bzw. abzusehen. Allerdings sind Einschränkungen in den Spätverkehrszeiten nach 22 Uhr unabdingbar, weil der Erneuerungsbedarf weiter zunimmt und abgearbeitet werden muss. Die kurze nächtliche Betriebsruhe der U-Bahn, in der schon heute bis zu 20 Baumaßnahmen pro Nacht koordiniert und abgewickelt werden, reicht dafür nicht mehr aus. Die Beschränkung auf nur zwei bis drei Stunden pro Nacht ist auch unter baulogistischen und damit wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr zielführend. Die MVG beabsichtigt, die Auswirkungen für die Fahrgäste soweit wie möglich zu begrenzen. Ziel ist, möglichst viele Instandhaltungs-, Wartungs-, Reparatur- und Erneuerungsarbeiten zu bündeln.

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