Musik kennt keine Grenzen

Diese Münchnerinnen helfen Flüchtlingskindern

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TV-Moderatorin Alexandra Polzin (40) ist Patin des Projekt.

München - Täglich kommen Kinder und Jugendliche aus den Krisengebieten nach München. Dort werden sie auch von Einrichtungen wie dem Alveni Clearinghaus aufgenommen und beschäftigt.

Sie kommen alleine in eine für sie fremde Welt. Aus der Heimat vertrieben, auf dem Weg in ein besseres, sicheres Leben. Täglich gelangen Kinder und Jugendliche aus den Krisengebieten der Erde zu uns. In München werden sie von Einrichtungen wie dem Alveni Clearinghaus in Schwabing aufgefangen. Vor allem die Sprachbarriere hemmt oftmals die Integration. Das wissen auch Sopranistin Anna Maria Kaufmann und Moderatorin Alexandra Polzin. Sie sind Paten eines neuen Projekts (siehe Kasten rechts). Ihr Gegenmittel? Musik! Die tz war zu Besuch…

Die Stiftung „Leon Heart“ kümmert sich weltweit um benachteiligte Kinder. Künftig nimmt sie auch ein weiteres Projekt in München unter ihre Fittiche. Mit 20 000 Euro und einem integrativen Musikprojekt soll den zukünftig 58 Flüchtlingskindern der Einstieg in ein neues Leben in Deutschland erleichtert werden. Unter dem Motto „Rap dich frei“ erhalten die Kinder einen einfacheren Zugang zur Sprache. In wöchentlichen Workshops singen sie gemeinsam mit Musikpädagoge und Coach Yassir Kaoui. Auch eigene Texte dürfen die Kinder schreiben. Später soll es dann ins Tonstudio gehen. Wenn alles klappt, will die Gruppe ein eigenes Konzert organisieren. „Leon Heart“ hat in dem früheren Schulgebäude dafür einen Musikraum eingerichtet. Die Instrumente wie Trommeln, Gitarren und Flöten spendete Matthias Pfefferkorn vom Musikhaus Freising.

Wie wichtig Musik für die Integration der Kinder ist, erklärt Jeannette Schmidt. Sie leitet das Alveni Clearinghaus und kennt die derzeit 37 Jungs zwischen 12 und 18 Jahren mittlerweile gut – auch ihre schlimme Vergangenheit. Sie sagt: „Man darf nicht vergessen: Die Kinder kommen von überall zu uns. Da ist nicht nur die Sprache eine Barriere. Auch die unterschiedlichen Moral- und Wertvorstellungen spielen eine Rolle. Aber: Über die Musik können sie sich ideal unterhalten. Sie verschmelzen zu einer Einheit – ein wunderbarer Effekt.“

Auch der 12-jährige Tayo (Name geändert) lebt hier. Aus Eritrea machte er sich auf eigene Faust über das Mittelmeer auf den Weg. Die Eltern wussten von nichts. Er wollte kein Kindersoldat werden, sondern zur Schule gehen und ein normales Leben führen. In München kann er das – auch durch die Musik.

Die Paten des Projekts:

Starsopranistin Anna Maria Kaufmann (51)

Sie haben in ihrem Leben viel erreicht und wollen deshalb einen Teil davon an ihre Mitmenschen weitergeben. Starsopranistin Anna Maria Kaufmann (51) und TV-Moderatorin Alexandra Polzin (40) sind die Paten für das Musikprojekt im Clearinghaus. Beide unterstützen schon jahrelang benachteiligte Kinder. Kaufmann betont: „Die Kinder kommen oftmals mit viel Wut und Angst im Bauch zu uns. Die Musik befreit auch ein Stück weit ihre Seele.“ Polzin ist von der Begeisterungsfähigkeit der jungen Menschen überwältigt. Sie sagt: „Ich habe die Gruppe schon oft besucht. Ihre Entwicklung ist bemerkenswert. Sie hilft auch Kindern in Lagern an der syrischen Grenze.

Johannes Heininger

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