Diese Münchner Anwälte vertreten Silikon-Opfer

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Die Münchner Anwälte Michael Graf (l.) und Christian Zierhut

München - Im Skandal um die gefährlichen Billig-Brustimplantate aus Frankreich zieht jetzt auch in Deutschland die erste betroffene Frau vor Gericht. Zwei Anwälte aus München kämpfen um ihr Recht!

Sie haben von einem schöneren Busen geträumt – jetzt fürchten sie um ihre Gesundheit! Im Skandal um die gefährlichen Billig-Brustimplantate aus Frankreich zieht jetzt auch in Deutschland die erste betroffene Frau vor Gericht. Zwei Anwälte aus München kämpfen um ihr Recht!

Hier finden Sie die Langfassung der Klageschrift

Inge S. (29) hat am Montag beim Karlsruher Landgericht die erste deutsche Klage eingereicht – auch ihr wurde das Baumarkt-Silikon implantiert. Die Karlsruherin wird von Michael Graf und Christian Zierhut vertreten. Und sie ist nicht die Einzige: „Wir vertreten schon 50 Geschädigte, darunter auch zehn Münchnerinnen“, sagt Christian Zierhut. Auch sie werden zeitnah Klagen einreichen.

Inge S. fordert 100 000 Euro, unter anderem als Schmerzensgeld sowie für künftige Gesundheitsschäden. Die Klage richtet sich gegen den Chemikalienhändler Brenntag, den TÜV Rheinland und den behandelnden Arzt. Ihr Anwalt rechnet in etwa einem Jahr mit einer ersten Entscheidung. Gerade bei den Ärzten stünden die Erfolgsaussichten gut – sie hätten die Patientinnen in fast allen Fällen unzureichend über die Risiken aufgeklärt. „Dieses Silikon gibt es für ein paar Euro im Baumarkt. Die Ärzte haben damit den großen Reibach gemacht“, empört sich Zierhut.

Die Brustimplantate stammen von der französischen Firma PIP. Das deutsche Unternehmen Brenntag hatte das Industrie-Silikon geliefert, mit dem PIP die Kissen herstellte. Die giftigen Implantate stehen in Verdacht, zu platzen, auszudampfen und Krebs auszulösen. Der Hersteller PIP hat Insolvenz angemeldet. „Hier ist nichts mehr zu holen“, so Zierhut. Dem TÜV Rheinland werfen die Anwälte vor, zu Unrecht eine CE-Zertifizierung abgegeben zu haben.

In Frankreich hat ein Gericht bereits den Versicherer von PIP zu einer Schadenersatzzahlung von 4000 Euro an eine Betroffene (31) verurteilt.

tz

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