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Kennen Sie „Plogging“?

Diese Münchner kümmern sich freiwillig um Müllberge

Kampf dem Müll: Diese Münchner wollen die Natur sauberer machen.

Es gibt immer noch Menschen, die ihren Müll ohne jede Rücksicht in der Natur liegen lassen. Mit Sammelaktionen versuchen Stadt und privateInitiativen, dem Einhaltzu gebieten.

München - Vier Tonnen Müll beseitigt die Stadt durchschnittlich an der Isar – an einem Sommerwochenende. Wer aufmerksam durch München spaziert, sieht sie überall: Kippenstummel, Kronkorken, Plastikverpackungen. Die schönsten Naturräume der Stadt sind verunstaltet von achtlos liegen gelassenem Abfall. Immer mehr Münchner greifen deshalb selber zur Müllzange.

Victor Batschkus besucht die elfte Klasse des Asam-Gymnasiums in Giesing und hat zusammen mit seinen Mitschülern das Projekt „CleanMunich“ ins Leben gerufen: „Wir sind selber auf der ein oder anderen Isarparty unterwegs“, sagt der 17-Jährige. „Was da alles liegen bleibt – und wie mit der Natur umgegangen wird . . .“ In ihrem Projekt-Seminar sollen die Schüler ein eigenes Unternehmen gründen, erläutert der angehende Abiturient. „Wir haben immer wieder überlegt, wie wir das Müllproblem einbauen können.“

Schüler sprechen Unternehmen an

Die Idee sei dann Ende April festgelegt worden: Die Schüler bieten Unternehmen an, die Natur zu säubern, und als Gegenleistung erhalten die Firmen eine Imagekampagne mit Fotos, Videos und Zertifikaten. Das kostet die Unternehmen 180 bis 360 Euro. Von dem Geld werde helfenden Schülern eine Aufwandsentschädigung bezahlt sowie Website, Druckprodukte und zum Beispiel Greifzangen, sagt Batschkus. Das Projekt läuft noch bis Ende Februar. „Einige Supermärkte sind schon interessiert“, schwärmt er.

An der Isar spielt sich auch eine der größten Müllsammelaktionen Münchens ab: Bereits zum sechsten Mal hat der Öko-Energieversorger „Polarstern“ den „Isar Clean Up“ organisiert. Mehr als 200 Teilnehmer reinigten Ende Juni das Grün entlang der Isar. Die Ausbeute: 750 Kilogramm Abfall. Seit der ersten Veranstaltung ist auch Firmengründer Florian Henle mit von der Partie: „Im ersten Jahr waren wir keine zehn Leute. Über die Jahre wurden es immer mehr“, sagt der 39-Jährige. Was ihn stört: „Die Isar ist die grüne Lunge der Stadt. Selbst da verhalten wir uns so schizophren und lassen Zigaretten liegen.“ Der „Polarstern“-Chef ist konsequent: „Wenn ich privat Müll sehe, nehme ich den mit.“

„Plogger“: Neuer Trend aus Schweden zur Müllbeseitigung

Das entspricht der Mentalität von sogenannten Ploggern. Der Trend aus Schweden, hat überall auf der Welt Nachahmer gefunden: Ploggen, also Joggen und gleichzeitig Müll sammeln. Frank Brodmerkel organisiert den „Münchner Plogging Mob“: „Unsere erste Aktion fand im Frühjahr 2018 statt“, erläutert der 52-Jährige. „Mir liegt dieses Thema sehr am Herzen.“ Was ihn besonders entsetzt: „Es ist unfassbar, was die Leute teilweise liegen lassen – wie ein gedeckter Tisch. Sie konsumieren und schaffen es dann nicht weg.“ Die Anzahl der Teilnehmer sei stark vom Wetter abhängig. „Mein zwölfjähriger Sohn war bei jeder Veranstaltung fleißig dabei“, sagt Brodmerkel stolz.

Ganz neu ist die Idee des Müllsammelns nicht: 1949 wurde München unter dem Motto „Ramadama“ von seinen Bewohnern von Trümmern befreit. „Ramadama“ ist bairisch und bedeutet so viel wie „Wir räumen“. Auch heute noch kümmern sich Münchner unter dem Begriff um Sauberkeit. Unterstützt wird das vom Abfallwirtschaftsbetrieb. Die Aktionen finden aus Gründen des Umweltschutzes traditionell nur nach der Schneeschmelze und im Herbst statt. Elvira Stamm organisierte im Juli eine private Ramadama-Aktion in der Kraillinger Grundschule: „Im Urlaub fischen meine Kinder Müll aus dem Meer. Da habe ich mir gedacht, dass man das auch zu Hause machen kann. Wir haben rund um die Schule Müll gesammelt – am Ende waren es 50 Kilogramm Abfall.“

Sophia Oberhuber

Hätte eine Familie nicht beherzt eingegriffen, wäre ein 69-Jähriger am Montagnachmittag sturzbetrunken von der Isarbrücke ins Wasser gesprungen.

Kiesmassen in der Isar plagen die Gemeinde Wallgau: Das Geschiebe gefährdet den einzigen Trinkwasserbrunnen. Bürgermeister Hansjörg Zahler appelliert nun an die Staatsregierung, den Fluss wieder auszuräumen.

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