Unternehmer stellen das Kultobjekt her

Diese Tasche war einmal ein Münchner U-Bahn-Sitz

Die ­U-Bahn fürs Handgepäck: Die Taschen von Kurzzug gibt es ab 2016 zu ­kaufen.

München - Der hat einen sitzen – und zwar einen spannenden Geschäftsplan … Denn: Jörg Schleburg macht Taschen aus alten Sitzbezügen der Münchner U-Bahn. Wäre doch ein originelles Weihnachtsgeschenk für einen Pendler.

Seit 2016 gibt es die Teile zu kaufen (siehe unten). Lesen Sie hier in unserem Artikel von Dezember 2015, wie Jörg Schleburg damals den Plan entwickelt hat: 

Wer mit so einem Tascherl durch die Gegend läuft, kann nicht bloß seine Habseligkeiten transportieren, sondern praktisch auch ein Stück Münchner Geschichte mitnehmen. Die Idee dazu hatte Schleburg – Überraschung – in der U-Bahn. Er war gerade auf dem Heimweg, als ihm zwei Freunde auffielen, die sich schon lang nicht mehr gesehen hatten. „Die Wiedersehensfreude der beiden Jungs hat mich total berührt“, sagt er. „Ich habe überlegt, wie viele solcher Szenen sich schon in der U-Bahn abgespielt haben und wie viele Münchner Geschichten in diesem Ort stecken.“ Der Gedanke, solche Geschichten irgendwie zu konservieren, lässt den gelernten PR-Berater nicht mehr los. „Mein Blick fiel auf das blaue U-Bahn-Sitzleder. Ich hab mir gedacht, dass man daraus was Tolles machen kann.“ Ein erster Impuls – und daraus entstand die Idee mit den Taschen. Schleburg: „Freunde und Bekannte, denen ich von meinem Plan erzählt habe, waren begeistert. Meine nächste Herausforderung war, an das Material für die Taschen zu kommen.“ Er setzte sich mit der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) in Verbindung. Schleburg: „Es waren viele Telefonate notwendig. Ich muss aber wirklich betonen, dass die MVG-Mitarbeiter sehr nett und hilfsbereit waren.“

Die Bezüge in ihrer ursprünglichen Funktion.

Schließlich durfte er in der MVG-Wartungshalle in Fröttmaning das ausrangierte Sitzleder begutachten: „Ich habe mir die Filetstücke ausgesucht, denn mache Bezüge waren so stark beschädigt oder verunreinigt, dass sie sich nicht mehr zur Weiterverarbeitung geeignet haben.“ Danach setzte sich Schleburg in seiner Wohnung immer wieder an die Nähmaschine und feilte an dem Prototypen. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Wolfgang Bischoff gründete er dann die Firma Kurzzug, die die Taschen vertreiben soll. „Wolfgang kommt aus der Modebranche und kennt sich hervorragend aus“, sagt Schleburg. „Mittlerweile haben wir unsere erste Kollektion erstellt, die es nach der Produktion über unseren Online-Shop zu kaufen geben soll.“ Die Taschen werden aktuell in Norditalien hergestellt. „Wolfgang und mir ist es wichtig, dass die Qualität unseres Produktes stimmt. Wir verwenden nur hochwertige Materialien, Reißverschlüsse und Schnallen, damit am Ende ein wirklich wertiges Münchner Kultprodukt entsteht.“ 

Die Macher und ihre Kollektion

Die Kurzzug-Gründer Jörg Schleburg und Wolfgang Bischoff stellen die Taschen in verschiedenen Formaten her. In der Kollektion wird es den „Wochenender“ geben – das ist eine geräumige Reisetasche für Kurztrips. Des Weiteren ist die Stadttasche im Angebot: Sie bietet Platz für Laptop, Tageszeitung, Kamera und alles, was man für einen Tag in der Stadt sonst noch brauchen kann. Als zusätzliches Accessoire haben die Münchner Designer den Schlüsselanhänger mit Firmenlogo entworfen. Die Taschen sind seit 2016 auf der Internet-Seite des Unternehmens unter kurzzug.de zu kaufen. Die Preis sind hoch, da es Unikate sind.

Sarah Brückl

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