Einsatz an der Braunauer Brücke

Diese Waffen-Rapper riefen die Polizei auf den Plan

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Die Rapper der Gruppe "Forensikk".

München - Zwölf bewaffnete Männer haben an der Braunauer Brücke einen Polizei-Einsatz ausgelöst. Jetzt ist klar: Die Rapper-Band „Forensikk“ wollte dort ein neues Video drehen. In der tz sprechen die Musiker.

Vorbereitung auf einen bewaffneten Überfall? Ein Rollkommando mit Mordabsichten? Wehrsportübung von Nazis? Besorgte Bürger alarmierten am Montagabend die Polizei: Ein Dutzend teilweise vermummte Typen mit Maschinenpistolen, Gewehren und anderen martialischen Waffen tummelten sich an der Isar bei der Braunauer Eisenbahnbrücke! (Wir berichteten)

Vorsichtig näherten sich die Beamten: Und tatsächlich, hier wurde mit Waffen hantiert! Daraufhin wurde das Unterstützungskommand (USK) angefordert. Polizeisprecher Wolfgang Wenger: „So eine Situation ist für uns sehr gefährlich. Es war nicht wahrnehmbar, ob es sich um scharfe Waffen handelte oder nicht.“

Dieses Waffen hatte die zwölfköpfige Gruppe bei sich.

Die 25 USK-Beamten handelten blitzschnell: Ehe die seltsame Truppe reagieren konnte, war der Spuk schon vorbei. Umstellt von den schwer bewaffneten Polizisten lag die Ausrüstung der Verdächtigen ratzfatz am Boden. Und die hatte es in sich: Eine Doppelaxt, zwei Baseball-Schläger, ein Springmesser und ein Faustmesser wären eine tödliche Gefahr gewesen. Die sichergestellten Schusswaffen erwiesen sich eher als harmlos. Abgesehen von einem Weitschuss-Luftgewehr waren die Kalaschnikow, die Wehrmachts-Maschinenpistole MP 40 und die beiden Pistolen nur für Schreckschuss-Munition geeignet. Zur Feststellung der Personalien wurden die Leute gefesselt abgeführt. Dabei stellte sich heraus: Die Rapper-Band „Forensikk“ wollte ein neues Video drehen. Und dieses sollte, wie in der Szene üblich, blutig und brutal wirken. Ohne die martialischen Requisiten geht so etwas nicht.

Ein zufällig anwesendes Team von Sat.1 Bayern filmte die gespenstischen Szenen. Die Polizei prüft jetzt, welche der Requisiten gegen das Waffengesetz verstoßen. Außerdem gibt es eine Anzeige, weil die Aktion dem Kreisverwaltungsreferat nicht gemeldet wurde. Auch die Kosten des Polizeieinsatzes wird der Band in Rechnung gestellt.

„Klar, wir haben den Dreh nicht angemeldet“, sagte der Bandleader der tz. Vorbeikommende Radler und Spaziergänger habe er beruhigt: „Keine Sorge, wir drehen nur ein Video.“ Der neue Rap-Song sei gegen einen pädophilen Rapper gerichtet gewesen, erzählte der Musiker. Das Stück sollte im Internet veröffentlicht werden. Doch daraus wird vorerst nichts: Die Polizei hat die Kamera beschlagnahmt.

Ebu/Jam

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