Was tun mit diesem Kinderschänder?

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Markus W. schaut Pornofilme als Therapie

München - Markus W. (34) hat fünf Jahre im Knast abgesessen. Jetzt hat die Münchner Justiz mit dem Kinderschänder ein Problem: Was soll sie mit dem bekennenden Pädophilen tun?

Das Problem hat sich die Justiz selbst eingebrockt, weil die Richter am 12. September 2005 einen Ruckzuck-Prozess durchgezogen hatten.

„Netter Au-pair-Junge sucht Praktikumstelle in Bayern.“ So stellte sich Markus W. in Inseraten vor. Ehepaaren präsentierte er ein Spitzen-Zeugnisse - diese waren gefälscht. Das Vertrauen nutzte er schamlos aus: Im August 2004 versuchte er, einen damals neunjährigen Buben zu vergewaltigen!

Im Januar 2005 kam er als Babysitter nach Taufkirchen. Er missbrauchte ein 15 Monate altes Mädchen, verletzte es schwer am Unterleib. Nun wurde der einschlägig vorbestrafte Täter verhaftet.

Die Jugendschutzkammer machte es sich damals leicht: Das Gericht akzeptierte das pauschale Geständnis des Angeklagten und gewährte erheblichen Strafrabatt, obwohl sich Markus W. nicht psychiatrisch untersuchen ließ. Gedanken, was nach der Haft mit ihm geschehen soll, machte sich niemand. Hauptsache, der Fall war vom Richtertisch.

Jetzt fordert sie Staatsanwaltschaft die nachträgliche Sicherungsverwahrung. Doch die juristischen Hürden sind hoch, wahrscheinlich zu hoch in diesem Fall. Markus W. verkauft sich geschickt. Er gibt sich schuldeinsichtig („Ich habe den Kindern die Seele aus dem Leib gerissen“) und therapiewillig. Er gibt zu, dass seine Sex-Phantasien mit Kindern immer wieder kommen, obwohl er sich Pornofilme mit erwachsenen Frauen (als Therapie!) anschaut. Der Prozess geht weiter.

Von E. Unfried

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