Tierheim rät

Diesen Fehler sollten Sie beim Welpen-Kauf nicht machen

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Shih Tzu Flecki und Bruno (re.) landeten ebenfalls als Welpen im Tierheim. Tierpfleger Mario Fischer zeigt sie fürs Foto.

Hunde-Welpen sind süß, viele Kinder wünschen so sich einen kleinen Spielgefährten. Doch reinrassige Hunde sind teuer. Deshalb boomt der Handel im Internet. Mit einer großen Gefahr.

München - Die Nachfrage nach reinrassigen Hundewelpen ist groß. Doch ein Welpe von einem zertifizierten Züchter ist vielen Käufern zu teuer. Im Internet werden sie schließlich fündig. Hier bieten meist aus Rumänien, Bulgarien oder Ungarn stammende Händler die begehrten Welpen zu niedrigen Preisen an. Doch der vermeintlich niedrige Preis zahlt sich häufig nicht aus. Unter traumatischen Bedingungen werden die jungen Tiere in der Regel ohne Impfung nach Deutschland transportiert. Die meisten werden schon kurz nach ihrer Ankunft krank und eine Behandlung kostet mehrere tausend Euro.

Um die Welpen aus den Händen der Händler zu befreien, geben sich ehrenamtliche Mitarbeiter des Tierheims als Scheinkäufer aus. Können die Händler bei der Übergabe keinen Impfnachweis des Hundes vorzeigen, beschlagnahmt die Polizei die Welpen und übergibt sie dem Tierheim. Rund die Hälfte der im Riemer Tierheim lebenden Hunde stammt aus dem illegalen Handel. Sie müssen unter Quarantäne geimpft und gepflegt werden. Pro Welpe entstehen Kosten zwischen 1500 und 3000 Euro.

Tierheim fordert härteres Eingreifen

Das Tierheim fordert ein härteres Eingreifen. „Es ist ein Skandal, was hier passiert. Die gesetzlichen Regelungslücken müssen geschlossen werden, damit der illegale Welpenhandel endlich eingedämmt werden kann“, sagt Sandra Giltner, Leiterin des Tierheims,. So hätten derzeit die Händler einen Anspruch darauf, den Welpen nach dem Quarantäneaufenthalt und der wochenlangen Pflege im Tierheim wieder in ihren Besitz zu holen. Der Welpen-Handel, so Giltner, sei nach geltendem Recht nur dann illegal, wenn die Seuchne-Richtlinien für die Hunde nicht eingehalten würden. Sei der Hund geimpft und gesund, könne der Händler ihn einfach abholen und weiterverkaufen. „Für die Kosten, die uns durch die Pflege entstehen, muss der Händler zwar aufkommen. Doch es ist nicht geregelt, bis zu welchem Zeitpunkt. So bleiben wir einfach auf den Kosten sitzen.“

Das Geschäft mit den Welpen bleibt für die Händler äußerst attraktiv. „Neben dem ergiebigen Gewinn sind auch die fehlenden rechtlichen Konsequenzen ein Anreiz für die Händler“, sagt Kurt Perlinger. Denn ihnen droht bisher lediglich ein Bußgeld. Das Tierheim wünscht sich mehr Aufmerksamkeit der Stadt für diese Art von organisierter Kriminalität. Und mahnt auch vor allem Käufer, den Händlern keinen Markt zu bieten.

Lidia Polito

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