Wegen ihm wurden schon Automaten abmontiert

Dieser Mann ist der Kippen-Killer von München

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Henri Kuntnowitz kämpft gegen den blauen Dunst: Die Automaten am Goetheplatz in München...

München/Planegg - Der Planegger Henri Kuntnowitz regt sich tierisch auf über das Qualmen in der Öffentlichkeit. Seine jüngste Mission: Die Zigarettenautomaten an Bahnhöfen müssen weg. In München hatte er bereits Erfolg.

Schon lange regt der blaue Dunst Henri Kuntnowitz auf. „Mir wäre es lieb, wenn die Raucher, die ich in der Fußgängerzone und an Bahnhöfen anspreche, mit dem Qualmen aufhören“, sagt der Planegger. Da die meisten Menschen aber uneinsichtig seien und die Zigarettenindustrie zu mächtig sei, versucht der 39-Jährige nun die Stadt München und die Deutsche Bahn von seinem Ziel zu überzeugen.

Er fordert, dass Zigarettenautomaten an Haltestellen und Bahnhöfen abmontiert werden! Minutiös hat Kuntnowitz dafür fast alle aufgestellten Automaten am Haupt- und Ostbahnhof, in Pasing, am Goetheplatz, in Laim, Lochhausen, Olching und sogar Martinsried fotografiert, seine Dokumentation an die zuständigen Behörden geschickt und die Entfernung der Automaten gefordert. „Passivrauchen gefährdet die Gesundheit“, sagt der Planegger, der im öffentlichen Dienst arbeitet. „Ich kritisiere die Verbindung zwischen dem Gebäudebesitzer und den Automaten.“

Am Goetheplatz wurden die Kippen-Automaten schon abmontiert

...wurden bereits abmontiert.

Die Bahnhöfe und Haltestellen würden von der Deutschen Bahn, von der Stadt und den Gemeinden betrieben. Diese seien auch für den Schutz der Gesundheit der Bürger zuständig. „Die Stadt München bezuschusst beispielsweise die Suchtberatungsstelle Tal 19, die unter anderem auch ein Rauchfrei-Programm anbietet“, sagt Kuntnowitz. „Gleichzeitig macht sie es mit Zigarettenautomaten an Haltestellen Süchtigen leicht, an ihre Drogen zu kommen.“

Einen Erfolg kann sich der 39-Jährige schon auf die Fahne schreiben: Die monierten Kippenspender im Zwischengeschoss am Goetheplatz wurden schon abmontiert. „Die MVG hat die wenigen in der U-Bahn vorhandenen Automaten nach und nach entfernen lassen, um dem Rauchverbot an U-Bahn-Haltestellen Nachdruck zu verleihen und das Erscheinungsbild der Zwischengeschosse zu verbessern“, erklärt Matthias Korte, Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Bei der Deutschen Bahn gibt es noch keine Pläne, Zigarettenautomaten an den Bahnhöfen entfernen zu lassen. Kuntnowitz hält seine Forderung dennoch aufrecht. „Die Automaten müssen weg“, sagt er. „Jeder darf sich selbst schädigen. Man muss es aber nicht unterstützen.“

Marie-Anne Hollenz

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