Freibad-Besucher laufen Sturm

Dieser Parkplatz ist eine Strafzettel-Falle

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Ursula K. ist sauer: Sie bekam einen Strafzettel, weil sie auf dem Schwimmbad-Parkplatz ihr Auto abgestellt hatte. Die neue Parkregelung kannte sie nicht

München - Viele Besucher des Ungererbades werden die Freibadsaison in schlechter Erinnerung halten: Der Parkplatz vor dem Bad wurde heuer zur Hälfte parkscheibenpflichtig, was viele Badegäste nicht bemerkt haben.

Tausende Badegäste strömten am Wochenende noch einmal bei sommerlichen 27 Grad in die Münchner Freibäder, die noch bis Mittwoch geöffnet haben. Doch viele Besucher des Ungererbades werden die Freibadsaison in schlechter Erinnerung halten: Der Parkplatz vor dem Bad wurde heuer zur Hälfte parkscheibenpflichtig, was viele Badegäste nicht bemerkt haben.

Die Schilder sind klein, die Parkzeit ist auf vier Stunden beschränkt. Die Folge: ein Knöllchen nach dem anderen. Auch Ursula K. hat einen Strafzettel über 20 Euro kassiert, weil sie keine Parkscheibe gestellt hatte. „Eine Frechheit“, schimpft sie. „Vor allem die Beschilderung ist perfide – so kleine Tafeln, und dann noch versteckt hinten am Parkplatz!“ 20 Euro Strafe ist ihrer Meinung nach viel zu hoch angesetzt: „Fünf Euro wären ja noch okay gewesen. Ich stand ja nicht im Halteverbot, sondern auf einem öffentlichen Parkplatz!“

Ursula K. ist nicht die einzige Betroffene: „Das ist Abzocke“, findet eine Mutter, die mit ihren Söhnen einen Familienausflug ins Ungererbad machte. Die Familie parkt schon seit Jahren auf dem Platz. „Da rechnet doch keiner damit, dass in diesem Jahr auf einmal eine Parkscheibe verlangt wird. Vier Stunden – das ist doch ein Witz! Wer mit seinen Kindern ins Freibad geht, bleibt in der Regel viel länger.“

Matthias Rischpler vom Kreisverwaltungsreferat München erklärt, wie es zu der neuen Parkregelung vor dem Bad kam: „DieEntscheidung, die Hälfte des Parkplatzes parkscheibenpflichtig zu machen, wurde vor zwei Jahren gefällt, weil sich viele Badegäste beklagt hatten, dass sie keinen Parkplatz mehr gefunden hatten.“ Darum beschloss die Stadt, heuer in einem Modellversuch die Parkzeit auf einer Hälfte des Parkplatzes während der Badesaison auf vier Stunden zu beschränken.“

Aber wieso nur vier Stunden? Rischpler erklärt: „Man wollte vermeiden, dass Pendler die Plätze besetzen. Es gibt halt auch Berufstätige, die halbtags arbeiten.“

C. Schmelzer, J. Welte

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