Dieser Kriminalpolizist kämpft um seinen Job

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Bei einer Verurteilung droht ihm die Entlassung aus dem Polizeidienst: Martin K.

München - Martin K. hat einen Rentner zu Tode gefahren. Jetzt muss sich der Kriminalbeamte wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Es geht um seinen Job bei der Polizei.

Mit sein 86 Jahren war Xaver M. noch ziemlich fit auf dem Fahrrad. Das jähe Ende kam im April 2010: Der Rentner wurde auf der Ottobrunner Straße von einem Transporter erfasst. Vier Wochen später starb er an den Folgen der Verletzungen. Jetzt muss sich der Unglücksfahrer – hauptberuflich ein Kriminalbeamter – wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Es geht um seinen Job bei der Polizei!

Der angeklagte Martin K. (49) arbeitete nebenbei als Kurierfahrer. Am 13. April wollte er von der Hochäckerstraße in Perlach nach rechts in die Ottobrunner Straße abbiegen. Nach Ansicht des Staatsanwalts hat er dabei den vorfahrsberechtigten Radfahrer übersehen. „Ich habe niemanden gesehen“, sagt der Angeklagte. Plötzlich habe er ein Quietschen gehört. Erst beim Blick in den rechten Rückspiegel habe er stürzenden Fahrradfahrer bemerkt. Der Mann blutete stark am Kopf.

Ein Polizisten-Ehepaar war zufällig vor Ort. „Der Radler schlitterte am Transporter entlang“, berichtete Thomas S. im Zeugenstand. Seine Frau Desiree wurde erst auf das Unglück aufmerksam, als sie ein Krachen hörte und sah, wie der Radfahrer auf die Straße stürzte.

Aber aus welcher Richtung kam der Radfahrer? Das haben die Zeugen nicht beobachtet. Da hakt der Anwalt des Angeklagten ein: Könne es sein, dass der 86-Jährige aus einer Hofeinfahrt gekommen ist? Ausschließen kann das der Unfall-Sachverständige nicht ganz. Zwar ist diese Variante unwahrscheinlich, aber der Angeklagte schöpft daraus Hoffnung. Um einem Disziplinarverfahren zu entgehen, was ihm seinen Job kosten konnte, hofft der Polizist auf einen Freispruch. Der Prozess wird am 10. Januar fortgesetzt.

E. Unfried

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