100 Liter abgezapft

Dieser Polizist klaut im Dienst Benzin!

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Gestand alles: Horst K. (50).

München - Da hat der Herr Kommissar noch mal richtig Glück gehabt! Polizist Horst K. (50) stand gestern vor Gericht, weil er fünf Mal Benzin aus Dienstwagen gezapft und privat verwendet hatte.

Ein schweres Dienstvergehen, für das er Anfang 2013 suspendiert wurde! Der Freistaat klagte, damit K. seinen Beamtenstatus verliert. Das Verwaltungsgericht entschied aber: Er wird nur degradiert – vom Polizeioberkommissar zum Polizeihauptmeister.

Mit einer Scheidung im Jahr 2008 begannen die Probleme des Beamten. „Ich musste 15.000 Euro Anwaltskosten zahlen. Meine Frau blieb in meiner Staatsdienerwohnung, ich zog aus und sah die Kinder kaum noch.“ Angeblich aus purer Verzweiflung heraus wurde Horst K. kriminell: „Ich war finanziell schwer angeschlagen, konnte nicht mal mehr tanken gehen.“ Während der Arbeit beim Technischen Einsatzkommando München (TEK) standen aber zahlreiche Einsatzfahrzeuge in den Werkshallen. Dort kümmerte sich der Kfz-Techniker um Spezialeinbauten. Während seiner Arbeitszeit füllte er mit Kanistern aber seinen eigenen Tank. Insgesamt 100 Liter, eine Überwachungskamera überführte ihn. Vier weitere Fälle hat Horst K. gestanden und wurde im Februar 2014 auch vom Amtsgericht verurteilt. Wegen nur 155 Euro (der Wert des Benzins) wurde der Polizist also zum Dieb!

„Es tut mir leid, es war ein Fehler“, entschuldigte sich Horst K. Bis sein Urteil rechtskräftig wird, bleibt er noch vom Dienst suspendiert. „Momentan helfe ich meiner Frau noch viel im Haushalt“, sagt der Beamte. Demnächst darf er aber wieder bei der Polizei arbeiten – allerdings mit deutlich weniger Gehalt.

Andreas Thieme

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