"Ich hab nur Befehle befolgt"

Dieser Schleuser bekommt nur Bewährung

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Dara G. (36, Mitte) mit seiner Dolmetscherin (l.) auf der Anklagebank im Amtsgericht.

München - Die Staatsanwaltschaft wirft einem 36-Jährigen vor, in zwei Fällen mitgeholfen zu haben, Flüchtlinge von Mailand über München weiter nach Skandinavien geschleust zu haben.

Ganz unscheinbar sitzt er da. Die Haare kurz geschoren, der Rücken gebeugt. Dann flüstert Dara G. (36) von der Anklagebank: „Ich hab die Leute nur in Empfang genommen und Befehle befolgt. Sonst habe ich nichts getan.“

Das sieht die Staatsanwaltschaft anders! Sie wirft dem Iraker vor, in zwei Fällen mitgeholfen zu haben, Flüchtlinge von Mailand über München weiter nach Skandinavien geschleust zu haben. Laut Anklage schloss sich Dara G. im September 2010 mit drei Komplizen zusammen.

Gemeinsam sollen sie im Oktober 2010 ihre erste Tat begangen haben. Das Schleuserfahrzeug besorgten sie aus Lettland und holten dann acht Flüchtlinge aus einem Haus in Mailand ab, um Richtung München weiterzufahren. Auf der Autobahnraststätte nahe Aying wurden sie am 4. November von einer Polizeistreife kontrolliert und gestoppt.

Die zweite Tat am 25. November 2010 – mit sechs irakischen und iranischen Flüchtlingen. Laut Anklage hatte G. die Männer in Mailand betreut, bevor sie zum Transport abgeholt wurden. In Oberaudorf bei Rosenheim zog die Polizei das Fahrzeug dann um 23.30 Uhr aus dem Verkehr.

Für ähnliche Taten saß G. bereits fünf Jahre im italienischen Knast. Das Urteil am Montag am Amtsgericht: Nur zwei Jahre Haft auf Bewährung. Verteidigerin Heidi Pioch: „Er war nur ein kleines Licht in diesem Gebinde und wusste nicht mal, woher die Leute kamen.“

Andreas Thieme

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