Prozessauftakt gegen Paul K. (19)

Trotz Geständnis: Vergewaltiger noch immer frei!

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Mit einem Aktenordner verdeckte Paul K. (19) im Gerichtssaal sein Gesicht.

München - Paul K. (19) gestand zum Prozessauftakt, eine 32-Jährige brutal vergewaltigt zu haben. Trotzdem verließ er das Landgericht als freier Mann! Und geht einfach wieder nach Hause.

Er verfolgte sein Opfer nachts bis ins Treppenhaus. Riss sie zu Boden und prügelte auf sie ein. Dann verging er sich an ihr – 30 Minuten lang. Im Strafprozess vor der Jugendkammer gab Paul K. (19, alle Name geändert) am Dienstag zu, eine Frau (32) brutal vergewaltigt zu haben. Trotzdem verließ er das Landgericht als freier Mann! Und geht einfach wieder nach Hause…

Paul K.’s ungeheuerlicher Fall sorgte bereits in den vergangenen Wochen für Aufsehen: Denn weil die Jugendkammer den Prozess zu spät ansetzte, wurde K. vorzeitig aus der U-Haft entlassen (tz berichtete). Gestern stellte er sich bleich und zitternd seinem Prozess wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit räumte er die Tatvorwürfe weitgehend ein, bestätigt Gerichtssprecherin Andrea Titz.

Demnach lauerte K. am 7. Juli 2013, dem Tag seines 18. Geburtstages, Maria C. (32) auf deren Heimweg auf. Nachts um 4.40 Uhr betritt er hinter ihr ein Wohnhaus in der Goethestraße. Laut Anklage greift er ihr dort ins Gesicht, hält ihr den Mund zu und würgt die 32-Jährige. Dann drückt er sie gegen eine Wand und greift mit seiner Hand direkt in ihre Hose. Ein dramatischer Kampf beginnt: Maria C. schlägt ihm auf die Hände, versucht sich zu ducken und schreit. Aber Paul K. stößt sie zu Boden und zerrt sie im Dunkeln die Kellertreppe hinunter.

Dann fallen gruselige Worte: „Du brauchst dich nicht wehren, ich bin sowieso stärker als du“, sagt K. Und fordert sie auf, ihre Hose auszuziehen: „Wenn du es machst, ist es besser. Wenn ich es mache, tue ich dir nur weh.“ In Todesangst fügt sich Maria C. Aber ihr Martyrium endet nicht: Denn Paul K. schleift sie an den Haaren weiter durch den Kellergang. Dort würgt er sie und reißt ihren Slip weg.

Erst als sie sich Minuten später übergeben muss, willigt er ein, in den Hinterhof zu gehen. Schon im Erdgeschoss kann sich Maria C. befreien und rennt um Hilfe schreiend aus dem Hauseingang, der zur Goethestraße führt. Aber derVergewaltiger holt sie ein und reißt sie rückwärts an den Haaren wieder zu Boden. Er will sie zurück ins Haus schleifen – aber die Tür ist ins Schloss gefallen. Als Paul K. daran rüttelt, nutzt sein Opfer die Chance und flüchtet über die Straße zu Passanten.

Laut Verteidiger Prof. Ulrich Ziegert ist K. verhaltensgestört, brach mehrfach die Schule ab und war schon als Grundschüler auffällig. Heute soll sein Opfer aussagen. Das Urteil fällt am 22. September.

Andreas Thieme

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