Was dieses Finale für die Stadt wert ist

München - Ein Gewinner des Champions-League-Finales in drei Wochen in der Allianz Arena steht jetzt schon fest: München! Die Stadt wird in vielerelei Hinsicht von dem Event profitieren.

Jetzt wollen wir auch den großen Erfolg feiern – wie 2001

Denn beim Spiel der Spiele blickt buchstäblich die ganze Welt auf die Stadt – und ein kleiner Teil davon kommt sogar her. Auch wenn jetzt erstmals in der Geschichte mit dem FC Bayern eine Heimmannschaft aufläuft. „Dadurch wird das ohnehin schon spektakuläre Großereignis noch einmal aufgewertet“, jubelt der politisch rote, aber fußballerisch blaue OB Christian Ude und schwört, dem FCB immer die Daumen zu drücken, wenn es nicht gerade gegen die Löwen geht …

Aber jetzt geht es um Bayern, um München und das größte und millionenschwerste einzelne Sportereignis Europas: Der OB freut sich über die weltweite Aufmerksamkeit für die Sport- und Fußballhochburg an der Isar, für einen Verein der Stadt, der als erster im Heimspiel gewinnen kann, und für eine „Arena, die zu den attraktivsten zumindest in Europa“ zählt.

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Schon das Halbfinale sorgte für Rekord-Quoten: Mit 12,6 Millionen Zuschauern auf Sat.1 schaltete fast die halbe Fernsehrepublik ein – Sky- und Kneipen-Gucker nicht eingeschlossen. Weltweit dürfte die Quote bei einem Vielfachen gelegen haben und beim Finale noch weiter steigen. Beim letzten in Wembley fieberten laut Uefa 179 Millionen Fans in 220 Ländern mit. Die meisten haben vorher und nachher die schönen Kamera­schwenks über Stadion und Stadt bestaunt. „Diese internationale mediale Präsenz ist eine ­unbezahlbare Werbung“, erklärte der OB dem Stadtrat, der für die Organisation schlappe 1,4 Millionen Euro hinlegen musste. Schon vor über drei Jahren hatte sich die Stadt um das Finale beworben. Zum letzten Mal durfte die Stadt das Hochfest des europäischen Vereinsfußballs vor 15 Jahren zelebrieren, als Borussia Dortmund Juventus Turin im Olympiastadion mit 3:1 heimschickte. Damals war das Finale ein Tagesereignis, heute gibt es ein Festival – zusammen mit dem Frauen-Finale zwei Tage zuvor im Olympiastadion.

Das rechnet sich in Euro und Cent – die Wirtschaftsverbände freuen sich schon: Die Hochschule Luzern hat das Finale von 2009 in Rom untersucht. „Die Studie lässt sicherlich auch verlässliche Einschätzungen für München zu“, erklärte der OB. Damals kamen 83 200 zusätzliche Besucher nach Rom, die laut Studie im Schnitt jeweils 435 Euro ausgaben und 93 000 Übernachtungen buchten. Der Wert für die Stadt lag bei 48 Millionen Euro, die Regierung durfte über 15 Millionen Euro Steuern verbuchen.

Noch ausführlicher hat sich der britische Sportwirtschafts-Professor Simon Chadwick im Auftrag von Hauptsponsor Mastercard mit dem Finale von 2010 beschäftigt. Da habe der Spielort Madrid eine Konjunkturspritze von 50 Millionen Euro erhalten – für Geschäfte, Hotels und Sehenswürdigkeiten. „Die Veranstaltung wird auch langfristige Auswirkungen zeigen, etwa mehr Tourismus und die Aussicht auf zukünftige Mega-Events der Sportwelt.“ Was für ein Traum: Bayern gewinnt das Spiel – und die Stadt vielleicht doch irgendwann einmal Olympia?

David Costanzo

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Rubriklistenbild: © imago

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