Model will 100.000 Euro

Sie posierte oben ohne für Gunter Sachs - und klagt nun

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Für das Bild Ascot von Gunter Sachs posierte Kirsten Klie (44) 1995 vor der Kamera.

München - Das Münchner Model Kirsten Klie posierte als junge Frau für ein Werk von Gunter Sachs. Das Bild brachte über 200.000 Euro ein. Ihren Anteil daran klagte Klie nun beim Oberlandesgericht ein!

Er liebte die Frauen – und hielt ihre Schönheit auch in Bildern fest. Nobel, geheimnisvoll, elegant: So trat der große Gunter Sachs als Künstler auf. 1995 posierte das Münchner Model Kirsten Klie (heute 44) als junge Frau vor seiner Kamera: Mit blankem Busen, weißer Bluse, Hut und Fernglas ließ sie sich fotografieren. So entstand das reizvolle Portrait-Bild Ascot, das nach dem Tod des Dokumentarfilmers teuer versteigert wurde: Im Mai 2012 erzielte das Londoner Auktionshaus Sotheby’s einen Reinerlös von 204.691,72 Euro. Ihren Anteil daran klagte Kirsten Klie am Donnerstag beim Oberlandesgericht ein!

Denn bei den Aufnahmen sagte Gunter Sachs seinem Model vertraglich einst 20 Prozent zu. Nur zwei Jahre später kassierte sie 6000 Mark für die ersten Verkäufe. 2008 schenkte er ihr einen Bildband seiner Reihe Multi Facts, in dem auch Klies Bild gedruckt ist: „Eine kleines Geschenk für eine große Leistung“, bedankt sich Sachs persönlich per Brief. „Ascot“, schreibt er, „wird uns in kommenden Zeiten sicher noch den Sternenstaub bescheren, den wir uns erhoffen.“

Gunter Sachs und seine Ehefrau Mirja im Museum Frieder Burda vor seinem Bild Ascot aus dem Jahr 1995 (Archivbild vom 13.09.2009).

Heute geht es dem Model nicht mehr um Ruhm – sondern ums Geld. Sie nämlich machte vor Gericht geltend, dass sie auch einen wesentlichen eigenschöpferischen Beitrag an dem Bild erbracht habe – und somit auch Urheberin sei. Konkret habe sie Gunter Sachs nicht nur in Sachen Bildkomposition beraten, sondern auch Kostüme und Accessoirs ausgewählt. Außerdem habe sie angeregt, die Einzelbilder digital zu bearbeiten und die einzelnen Posen zusammenzufügen. Dafür sprach ihr das Landgericht München diesen Januar 40 938,34 Euro zu. Dass der Vertrag laut Sachs nur bis zur Jahrtausendwende gedacht war und Kirsten Klie nicht kreativ beteiligt gewesen sein soll, glaubten die Richter nicht. Dagegen legten die Erben des Playboy Berufung ein. Und müssen jetzt sogar noch mehr zahlen!

Denn das Oberlandesgericht regte im Prozess gestern nach längeren Streitereien nun einen Vergleich an: Das Model erhält 100 000 Euro, verzichtet im Gegenzug aber auf jegliche Ansprüche aus weiteren Verkäufen. Im schwarzen Hosenanzug, hohen Pumps und strengem Zopfnimmt Klie die Einigung erleichtert auf. Machen die Erben nicht vom 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch, ist ihr das Geld sicher. Und der Ruhm? Der verblasst bekanntlich. So wie Sternenstaub.

Andreas Thieme

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