Stillstand für 200.000 Münchner

Dieses Rohr sorgte für das Mega-Chaos

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Die Feuerwehr konnte das Leck wieder abdichten.

München - Am Donnerstagmorgen herrschte Stillstand in MÜnchen: 200.000 steckten im Berufsverkehr fest. Das Chaos wurde durch ein defektes Rohr ausgelöst.

Explosionsgefahr an der Donnersbergerbrücke! Ein Gasleck am Brückenfundament hat am Donnerstagmorgen den Münchner S-Bahn-Verkehr lahm gelegt. Tausende Münchner kamen zu spät in die Arbeit, in der Stadt herrschte stundenlang Verkehrschaos.

Ein Bauarbeiter hatte bei Sanierungsarbeiten gegen 7.30 Uhr mit seiner Hilti-Bohrmaschine ausversehen eine Hochdruckleitung der Stadtwerke (SWM) angebohrt – aus dem Leck trat sofort Erdgas aus. 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten aus, der Bahnsteig wurde evakuiert. Es folgte das totale Chaos in München: Die Stammstrecke wurde zwischen 8 Uhr und 9.45 Uhr gesperrt, die Donnersbergerbrücke abgeriegelt. Kilometer lange Staus bildeten sich auf den Straßen rund um die Brücke.

Bei der S-Bahn fielen 31 Züge aus, 194 hatten Verspätungen – rund 200 000 Leute waren von dem Gasunfall betroffen und steckten im Auto oder auf Bahnsteigen fest.

„Erdgas ist leicht brennbar, deshalb mussten wir zu diesen massiven Sperrungen greifen“, so SWM-Sprecher Christian Miehling. Ein Polizeisprecher sagte gegenüber der tz, dass sogar der Handybetrieb in der Nähe des Lecks verboten war. Minimale elektrische Funken hätten nämlich schon dafür sorgen können, dass alles in die Luft fliegt!

Nachdem die Gasleitung gegen 8.25 Uhr von der Feuerwehr abgedreht war, saugte der SWM-Sicherheitsservice das restliche Erdgas aus der Leitung ab.

Die Gleise der Fern- und Regionalzüge wurden kurze Zeit nach Beginn des Gasunfalls wieder freigegeben. Grund: „Das Gasleck befand sich direkt neben den S-Bahn-Schienen. Die Polizei sah keine Gefahr für den normalen Zugverkehr“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Obwohl die S-Bahnen gegen 10 Uhr wieder normal fuhren, kam es bis in die Mittagsstunden zu Verspätungen.

Bleibt zu hoffen, dass dieser Donnerstag kein Vorgeschmack auf die Stammstrecken-Sperrung an den kommenden Wochenenden ist.

Und täglich nervt Münchens größtes Nadelöhr

Großbaustellen-Alarm am Mittleren Ring! Münchens Autofahrer brauchen hier ganz starke Nerven: Die Donnersbergerbrücke ist nicht nur die am stärksten befahrene Brücke Europas –sie ist auch ein nerviges Nadelöhr im Münchner Westen. Seit 2. April saniert das Baureferat die Osthälfte der Brücke, Richtung Norden stockt der Verkehr deshalb teils auf bis zu sechs Kilometer – und geht bis auf die A 96 zurück! Vier Übergangskonstruktionen werden derzeit erneuert. Außerdem führt die Stadt Beton-Instandsetzungsarbeiten durch.

Etwa 160 000 Autos kreuzen hier täglich zwischen Arnulf- und Landsbergerstraße. Unter der Brücke fahren jeden Werktag 950 S-Bahnen durch, hinzu kommen hunderte Regional- und Fernzüge.

Die Sanierung soll bis September fertig sein – rechtzeitig vor Beginn der Wiesn. Von April bis September 2013 ist dann die Westseite dran. Dann heißt es wieder: Täglich nervt das Nadelöhr!

tz

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