Gewofag

Weihnachtsfeier-Skandal: Grüne fordern Aufklärung

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Hier feierte die Gewofag: die "Alm" in Riem.

München - Die Debatte um die 70 000 Euro-Weihnachtsfeier erreicht den Münchner Stadtrat. Unterdessen sind sich unsere User uneinig, ob die Einladung der Mitarbeiter ein Skandal ist - oder eine nette Geste.

Die Stadtrats-Grünen fordern eine lückenlose Aufklärung der Gewofag-Affäre. Wie berichtet, hatte die städtische Tochtergesellschaft 74 174 Euro für ihre Weihnachtsfeier ausgegeben. Allein 15 000 Euro steckte das gemeinnützige Unternehmen in Kinogutscheine, die die 1100 Gäste der opulenten Party in der „Käfer-Alm“ auf der Galopprennbahn Riem geschenkt bekamen.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Gülseren Demirel erklärte am Sonntag, sie halte die Summe „für eine Weihnachtsfeier für merkwürdig“. Demirel kündigte an, dass die Grünen diese Woche im Stadtrat eine Anfrage einbringen wollen, wie die Summe zustande kam und wie sie zu rechtfertigen ist. Demirel verwies auch auf die Symbolik für die Mieter. Erst vor wenigen Tagen hatte der Stadtrat über den hohen Sanierungsbedarf in den Wohnanlagen der Heimag, einer Tochter der Gewofag, diskutiert. In den nächsten Wochen könnte jetzt auch die Diskussion Fahrt aufnehmen, ob es für Firmenfeiern in städtischen Gesellschaften klarere Regeln braucht. OB Dieter Reiter (SPD), der selbst Gewofag-Aufsichtsratschef ist, hatte wie berichtet über die Weihnachtsfeier gesagt: „So etwas wird nicht mehr vorkommen.“

Für Bedienstete der Stadt gelten schon heute strengere Regeln. Sie dürfen gar nicht auf Steuerzahler-Kosten eingeladen werden. Entweder die Mitarbeiter zahlen auf der Weihnachtsfeier selbst. Oder ihr Vorgesetzter lädt sie ein – auf seine private Rechnung. „Eigentlich ist ganz klar“, sagte am Sonntag einer aus dem schwarz-roten Rathaus-Bündnis, „dass die Mitarbeiter von 100-Prozent-Töchtern der Stadt genauso wie städtische Mitarbeiter behandelt werden sollen.“

Das dürften auch jene verstehen, die die Aufregung um die Feier für übertrieben halten. Am Wochenende wurde auf Merkur-Online.de eifrig diskutiert. Unter vielen wütenden Stimmen fanden sich auch einige, die Verständnis zeigten. Es sei „schon in Ordnung,“ wenn sich die Gewofag so bei ihren Mitarbeitern bedanke, hieß es. Andere sind da ganz anderer Meinung. „Mit Interesse“ habe er von der Weihnachtsfeier gelesen, schrieb ein Leser süffisant in die Redaktion. Ihm wurde zum 1. Januar seine Gewofag-Miete erhöht. Um 15 Prozent.

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