OB-Stichwahl

Retten die Linken Reiters Koalition?

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Dieter Reiter könnte dank Brigitte Wolf von den Linken wieder eine Mehrheit kriegen.

München - Wer regiert München? Der nächste OB wird die Verhandlungen anführen, eine Mehrheit hat weder Dieter Reiter (SPD) noch Josef Schmid (CSU).

 Vor der Stichwahl tuschelt das ganze Rathaus darüber. Fazit: Rot-Grün-Rosa rückt zusammen und streckt die Fühler nach Mini-Parteien aus – auch nach der Linken! Schmid baggert an den Grünen – steht aber allein da. Nicht einmal die konservativen Kräfte im Rathaus sprechen sich für seine Wahl aus.

Bei Reiter könnte das anders laufen: Er darf heute bei den Grünen werben. „Wenn unsere Basis ihn unterstützt, werden wir uns klar positionieren“, kündigt Sabine Nallinger an. In so einem Bündnis dürfte sie 2. Bürgermeisterin werden wollen und Christine Strobl (SPD) zur 3. degradieren. Die will nicht weichen, aber OB Christian Ude sagt: „Daran wird es nicht scheitern. Das Gewicht der Grünen hat sich vergrößert.“ Auch die Rosa Liste entscheidet heute über die Wahlempfehlung für Reiter.

Selbst dann braucht Rot-Grün einen Königsmacher – mindestens ein Stadtrat fehlt. Reiter nannte zunächst ÖDP und Freie Wähler. Morgen trifft er sich auch mit der Linken. Ude weiß, warum: „Stadträtin Brigitte Wolf arbeitet extrem sachlich und konstruktiv. Auf sie trifft der Populismus der Linken nicht zu.“ Rettet die Linke am Ende Rot-Grün? Das sagen die kleinen Parteien über Bündnisse:

Linke: „München muss sozialer werden“, sagt Wolf – und schließt CSU und FDP aus.

FDP: Keine Wahlempfehlung! „Wir wollen niemanden bevormunden“, sagt Michael Mattar.

ÖDP: Stadtrat Tobias Ruff möchte als Bedingung auf jeden Fall das Kohlekraftwerk im Norden abschalten.

Freie Wähler: Ex-CSU-Stadtrat Johann Altmann will weder für Schmid noch für Reiter werben. Mit Rot-Grün habe er aber nur ein Problem bei Verkehrsthemen.

Bayernpartei: Richard Progl gibt keine Empfehlung ab.

Piraten: Neu-Stadtrat Thomas Ranft will das Online-Votum der Mitglieder für eine Empfehlung zur Stichwahl abwarten, das am Donnerstag endet.

Wählergruppe HUT: Wolfgang Zeilnhofer-Rath ist einer Koalition gegenüber abgeneigt: „Das Geschachere im Rathaus muss aufhören.“ Eine Wahlempfehlung gibt er nicht ab, aber: „Ich persönlich habe Sympathien für Schmid.“

Alternative für Deutschland: „Ich denke kaum, dass eine große Partei eine Koalition mit uns will“, sagt der künftige Stadtrat André Wächter.

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D. Costanzo, J. Welte

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