Dioxin-Eier auch in München?

München - Auch nach Bayern sind mit Dioxin verseuchte Eier gelangt. Bei einem Großhändler wurden bei Proben deutlich über dem Grenzwert liegende Werte festgestellt. Möglicherweise ist auch München betroffen.

Lesen Sie hierzu auch: Verseuchtes Tierfutter seit Monaten im Handel

Der Dioxinskandal hat endgültig auch Bayern erreicht. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung sollen auch in München Ei-Produkte aufgetaucht sein, die möglicherweise belastet sind. In sieben lebensmittelproduzierenden Betrieben sollen größeren Mengen an Eiern sichergestellt worden sein. Bestätigt wurden diese Angaben aber nicht. Auch ist unklar, ob das Flüssigei tatsächlich mit Dioxin belastet war.

Bei einem Oberpfälzer Großhändler haben die Behörden 238 000 Eier sichergestellt, erste Testergebnisse bestätigen den Verdacht auf Dioxin. Direkt in den Handel sollen die Eier aber nicht gekommen sein.

Wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen berichtete, liegt der bei Proben festgestellte Dioxingehalt teils dreimal so hoch wie der zulässige Grenzwert. Demnach wurden bei den ersten beiden Tests 4,9 und 8,7 Picogramm Dioxin pro Gramm Fett gemessen – erlaubt sind maximal 3 Picogramm. „Die Ware darf daher nicht weiterverwendet werden“, sagte Landesamt-Präsident Andreas Zapf. Weitere Eier werden nach Angaben des Landesamts derzeit noch untersucht.

Unklar ist weiterhin der Verbleib von 22 000 Eiern, die von dem Großhändler innerhalb Bayerns weiterverkauft wurden. Sie sind möglicherweise bereits zu Fertigprodukten verarbeitet. Eine Sprecherin des Landesamtes teilte gestern auf Anfrage mit, die Untersuchung zu den womöglich weiterverarbeiteten Eiern werde fortgeführt. Ergebnisse lägen aber noch nicht vor. „Es gibt noch gar keine neuen Erkenntnisse“, sagte die Sprecherin.

Insgesamt hatte der ostbayerische Handelsbetrieb im Dezember von einem niedersächsischen Eierproduzenten rund 410 000 Eier erhalten. Davon waren allerdings 151 000 Eier nach Niedersachsen zurückgeliefert worden. Das Landesamt hatte am Montag erstmals von den Eier-Lieferungen nach Bayern berichtet, Details über die Menge wurden allerdings erst am Mittwoch bekanntgegeben. Die Behörden wurden allerdings schon vor Weihnachten von dem betroffenen Oberpfälzer Unternehmen alarmiert.

Die Grünen kritisierten, dass das Landesamt die Verbraucher unzureichend informiere. Nach tagelangem Rätselraten sei nun endlich klar, dass auch Firmen in der Oberpfalz und in Oberbayern mit möglicherweise krebserregenden Eiern beliefert wurden und die Ware teils bereits verarbeitet wurde, sagte die Verbraucherschutz-Expertin der Grünen-Landtagsfraktion, Anne Franke. „Doch das Landesamt hat es bislang versäumt, aktiv für einen raschen Informationsfluss zu sorgen.“

Die Regierung der Oberpfalz in Regensburg berichtete, dass im Dezember sechs verdächtige Lieferungen an den Großhändler gegangen seien. Die Eier stammten von einem Betrieb, in dem das dioxinverseuchte Futter an Hühner verabreicht wurde. Der Großhändler wandte sich dann selbst an die Behörden.

Die Verantwortlichen des Oberpfälzer Betriebes hatten von einem Handelsverband, der die Unternehmen der Branche überwacht, am 22. Dezember abends eine Warnung wegen dioxinhaltiger Futtermittel erhalten. Der Geschäftsführer des Großhandels sagte, dass er so die Hinweise auf einen Hof bekommen habe, der dieses Futter verwendet habe und zu seinen Lieferanten gehörte. Am 23. Dezember schaltete der Handelsbetrieb dann das Veterinäramt ein. Die Tests der sichergestellten Eier begannen dann nach den Weihnachtsfeiertagen.

Laut Regierungssprecher Karl gingen zwei Paletten – knapp 22 000 Eier – zuvor aber schon an einen oberbayerischen Betrieb zur Weiterverarbeitung. Was aus diesen Eiern wurde, ist noch nicht geklärt. Die Lieferwege würden weiterverfolgt, hieß es beim Landesamt. „Die zuständigen Behörden sind informiert, ermitteln in den Betrieben und ergreifen die erforderlichen Maßnahmen.“ Somit konnte aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass eventuell mit diesen Eiern hergestellte Produkte im Umlauf sind.

mm

Auch interessant

Meistgelesen

Achtung, Pendler: Störung bei S7 und Stau auf der Stammstrecke
Achtung, Pendler: Störung bei S7 und Stau auf der Stammstrecke
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Sechs Orte in München, an denen wir uns aufwärmen
Sechs Orte in München, an denen wir uns aufwärmen
Weihnachten 2017 wird alles besser - 5 Tipps für ein nachhaltiges Fest
Weihnachten 2017 wird alles besser - 5 Tipps für ein nachhaltiges Fest

Kommentare