Der 75. Geburtstag von Verleger Dirk Ippen im Pressehaus

„Ein Mensch, der zu München gehört“

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Merkur- und tz-Verleger Dirk Ippen (Mitte) mit (von links) Münchens OB Dieter Reiter, US-Generalkonsulin Jennifer Gavito, Verleger Hubert Burda, Ehefrau Marlene Ippen und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer.

München - Verleger Dirk Ippen feiert Geburtstag - und das Pressehaus gratuliert: Zum 75. Geburtstag kam nicht nur die gesamte Belegschaft, sondern auch eine große Anzahl prominenter Gratulanten.

Irgendwann an diesem Tag ergreift der Jubilar zum zweiten Mal das Mikrofon. „Wenn ihr mal so uralt seid wie ich“, sagt Dirk Ippen heiter, „möge es euch so gut gehen wie mir.“ Das ist nicht ganz richtig – er ist nicht uralt, er ist ja gerade erst 75 geworden an diesem Tag. Aber gut geht es ihm, das stimmt. Im Münchner Pressehaus nimmt der Verleger unserer Zeitung und der tz eine lange, laaange Kette von Gratulationen entgegen. Er tut’s bescheiden, wie er ja immer allzuviel Wirbel um die eigene Person ablehnt, aber offenkundig ehrlich erfreut. Keine langen Reden mag er halten, spricht nur zusammen mit seiner Frau Marlene Ippen einen Rat aus an die Mitarbeiter seiner Unternehmensgruppe: „Die Zeiten ändern sich. Es kommt immer darauf an, ob man mit Engagement an seinem Beruf hängt.“

Im Fall Ippen ist das unstrittig, seit er einst von seinem Vater den „Westfälischen Anzeiger“ in Hamm erbte. Davon ausgehend, kaufte und schuf er ein Netz von Lokal- und Regionalzeitungen in der ganzen Republik und darüber hinaus. Wird eh nichts, geht eh alles ein, diese Unkenrufe begleiteten ihn über 40 Jahre – und erwiesen sich als falsch. Heute kommt die Mediengruppe auf 800 000 Gesamtauflage.

Der klare Schwerpunkt dabei, auch für Ippen privat: Bayern. „Er ist ein Mensch, der zu München gehört, er bildet eine echte Pluralität ab“, lobt Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) an einem der Stehtische im Pressehaus. „Wir Bayern verdanken Persönlichkeiten wie Ihnen viel“, sagt Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in seiner Laudatio: „Dank und Respekt – Sie sind ein exzellenter Unternehmer.“ Seehofer pflegt Medienschaffenden seinen jeweiligen Groll stets recht ungefiltert mitzuteilen; man darf im Umkehrschluss deshalb davon ausgehen, dass sein Respekt für Ippen ebenso ehrlich ist. „Mein erster angenehmer Termin heute“, flachst der Ministerpräsident. Kein Wunder, er kommt ja direkt aus der Haushalts-Sitzung seines Kabinetts.

Viele Aktuelle und Ehemalige aus der Politik schauen im historischen Buttersack-Zimmer des Verlagshauses vorbei: Die Ex-Minister Wolfgang Heubisch („blendend siehst aus!“, ruft er dem Gastgeber zu), Martin Zeil (beide FDP) und Erwin Huber (CSU), der langjährige Kolumnist Peter Gauweiler und sein Münchner Parteifreund, CSU-Bürgermeister Josef Schmid. An der Spitze der Diplomaten: die neue US-Generalkonsulin Jennifer Gavito. Aus Münchens Medienszene kommen Größen wie BR-Intendant Ulrich Wilhelm und Verleger-Kollegen: Hubert Burda („Focus“, „Bunte“) gratuliert persönlich – per Laudatio in unserer Zeitung hatte er das ja schon in der Dienstagsausgabe getan und Ippen als „genialsten Strategen unter den Zeitungsverlegern“ bezeichnet. Eine Ausgabe, die die Redaktion mit technischen Kniffen bis zum Geburtstags-Morgen dem Verleger vorzuenthalten versuchte. Ob die Überraschung gelang? Ippen verrät übrigens beiläufig, offiziell sei er ja schon in Rente, „aber jeden Tag im Büro“. So ist das eben, wenn man erst 75 ist und längst nicht uralt. 

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