User-Diskussion um deutsche Sprache

Eigener Süd-Duden? "Das fände ich wunderbar"

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Braucht Deutschland einen eigenen Süd-Duden?

München - Brauchen wir Südhochdeutsch und einen eigenen Süd-Duden? Sprachwissenschaftler Otto Kronsteiner meint ja - die Meinungen unserer Online-Nutzer gehen hingegen weit auseinander...

Das Plädoyer für eine südhochdeutsche Sprache und einen eigenen Süd-Duden gegenüber dem Münchner Merkur hat für mächtig Wirbel gesorgt. Denn Sprachwissenschaftler Otto Kronsteiner spricht Klartext. Kronsteiner hat eine klare Nord-/Süd-Teilung ausgemacht. Nur: Den - überwiegend norddeutschen - Duden interessiere das nicht. Den Duden als Sprach-Norm für alle Beamten bezeichnet er sogar als diktatorische Willkür und oberste Irrtumsinstanz. Deshalb fordert der Historiker eine Umstrukturierung. Heißt: Neugestaltung des (Sprach-)Unterrichts und einen Süd-Duden.

Dieser (extreme) Standpunkt hat eine kontroverse Diskussion auf merkur-online.de angestoßen. Userin "Heinrike", die als Studentin am bayerischen Dialekt-Atlas mitgearbeitet hat, springt Kronsteiner zur Seite. "Ich fände es wunderbar, wenn endlich der Herkunft unserer Sprache entsprochen wird und es einen Duden Nord und Süd gibt." Gleichzeitig betont sie auch, dass die Süd- oder eben Nord-Hochsprache nicht mit Dialekt verwechselt werden dürfe. "Wir Süddeutschen und Österreicher denken nur leider oft, Ausdrücke aus dem Südhochdeutschen wäre ein Dialekt, da es eben so oft nicht im Duden steht", sagt "Heinrike". Gemeint sind Begriffe wie "schauen", "Kraut" oder "Semmel".

Eine Nord/Süd-Teilung der Hochsprache kommt hingegen für Nutzer "Skep Ticker" gar nicht in Frage. Er fürchtet eine noch größere Diskussion bei der Einführung des eigenen Süd-Dudens. "Erst Nord und Süd, und hinterher bricht dann der Streit zwischen Ebersbergern und Dachauern aus. Auf einen Süd-Duden werden sich ja nicht mal die Oberbayern einigen können", postet er.

"Seltsam" - so bezeichnet User "Dunnerslach" den, seiner Ansicht nach konstruierten, gesamt-süddeutschen Minderwertigkeitskomplex. Sein Argument: "Die norddeutsche Sprache ist bereits so gut wie ausgestorben." Die meisten Norddeutschen seien eh längst umgestiegen und sprechen mittlerweile überwiegend eine- oder hochdeutsche Sprache. Ein nord-/süddeutscher Dualismus? Schmarrn oder eben Quatsch. "Wenn schon, denn schon gibt es einen Pluralismus von Nord nach Süd, von West nach Ost, von links oben nach rechts unten, wie auch immer", schreibt "Dunnerslach". Einen findige Interpretation hat Nutzer "Curricel" parat. Sein Credo: Südhochdeutsch gibt es bereits! Seine Begründung: Das Gegenteil zu hoch ist natürlich nieder. "Ergo wird Hochdeutsch aufgrund der größeren geographischen Höhenlage im südlichen deutschsprachigen Raum gesprochen und dort logischerweise vor allem im bairischen Sprachraum." Wozu also noch eine Diskussion?

Zu einem Plädoyer für den Norden und seine Sprachenvielfalt holt Nutzerin "B.Rain" aus: "Er mag zwar protestantisch sein, aber einsprachig ist er ganz sicher nicht (obwohl es sich für Süddeutsche vielleicht so anhört)." Hochsprachen gebe es auf der ganzen Welt. "Ich weiß nicht, ob die Leute da auch so ein Gedöns drum machen."

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