tz-Interview vor dem Maibockanstich

Django Asül: Heuer wird Aiwanger abgewatscht

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Kabarettist Django Asül teilt am Donnerstag im Hofbräuhaus aus: Der Niederbayer steht schon zum sechsten Mal beim Maibock am Rednerpult

München - Am Donnerstag ist es wieder so weit: Kabarettist Django Asül liest beim Maibockanstich im Hofbräuhaus den Politikern die Leviten. Im tz-Interview verrät Django Asül, wer heuer sein Fett wegkriegt.

 Der kleine Bruder des Nockherberg mausert sich immer mehr zur Konkurrenz: Schon zum dritten Mal hat sich Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) angekündigt, im Gefolge fast das gesamte Kabinett! OB Christian Ude (SPD) allerdings, der vergangenes Jahr zum ersten Mal dabei war, hat abgesagt – auf ihn warten wichtige Termine. Was Django Asül dazu sagt und wer es heuer sonst noch abkriegt:

Herr Asül, nur noch ein paar Tage. Im Stress?

Django Asül: Ja, ich hab einiges um die Ohren. Die Vorbereitung für die Rede, jeden Tag Interviews und Auftritte. Langweilig ist mir nicht!

Sie derblecken heuer schon im sechsten Jahr. Sind Sie da noch aufgeregt?

Asül: Es brodelt irgendwas in mir. Aber das äußert sich jetzt nicht so, dass man denkt: Ich geh raus und vernichte mal die halbe Regierung inklusive Opposition. Eher eine große freudige Anspannung, weil man weiß, die Leute im Saal und vor dem Fernseher freuen sich drauf.

Wer kriegt’s denn heuer ab?

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger

Asül: Das Schöne der bayerischen Politik: Die Themen werden immer breiter. Früher war alles sehr CSU-lastig. Jetzt will auch die SPD mitreden und zählt auf den Ude-Effekt. Auch die Grünen, etwa Frau Bause, liefern schöne Zitate. Und natürlich der Hubert Aiwanger! Früher waren die Freien Wähler froh, wenn sie überhaupt was sagen durften. Jetzt ist Aiwanger der Taktgeber schlechthin, hat ein Volksbegehren angeregt und wuselt ständig umeinander. So ein Engagement wird natürlich in meiner Rede berücksichtigt …

Zwickt Sie nicht manchmal das schlechte Gewissen, wenn Sie einen Politiker abwatschen?

Asül: Nein. Keiner, der da im Publikum sitzt, ist mir richtig unsympathisch. Wenn ich einen hart anpacke, ist das nur ein Zeichen für meine Empathie. Aber generell lautet mein Motto: Wenn man mit Menschen zu tun hat, muss man menschlich sein.

Haben Sie trotzdem ein Lieblingsopfer?

Asül: Das würde an der Sache vorbeiführen. In meiner Rede geht es ja darum, wer was gesagt oder getan hat. Das Wichtigste ist, dass die maßgeblichen Politiker alle da sind. Die beobachte ich auch gerne im Publikum, etwa, wie der Seehofer schaut, wenn ich über den Ude spreche oder umgekehrt.

Für dieses Jahr hat Herr Ude leider abgesagt …

Asül: Ach, das wusste ich noch nicht. Ein Omen für den Ausgang der Wahl! Man merkt, auch bei der SPD kehrt langsam Realismus ein.

Interview: Christina Meyer

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