Brudermühlstraße geplant

Doch Tempo 30 auf Hauptstraßen?

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In der Brudermühlstraße soll ein „Verkehrsversuch“ mit Tempo 30 starten.

München - Umweltreferent Joachim Lorenz und seine Fraktion wollten vor einem Jahr auf zehn Hauptstraßen Tempo 30 zum Lärmschutz prüfen. Jetzt geht es um einen „Verkehrsversuch“ in der Brudermühlstraße.

Es war das rot-grüne Streitthema vor einem Jahr: Der grüne Umweltreferent Joachim Lorenz und seine Fraktion wollten auf zehn Hauptstraßen Tempo 30 zum Lärmschutz prüfen. Die SPD bremste den Partner aus und stimmte mit CSU und FDP dagegen. Jetzt hat Lorenz seinen Lärmplan überarbeitet – und Tempo 30 steht wieder drin!

Jetzt geht es um einen „Verkehrsversuch“ in der Brudermühlstraße. Über dem Mittleren-Ring-Tunnel sollen Autos und vor allem Laster zur Großmarkthalle gebremst werden – in Abstimmung mit dem Kreisverwaltungsreferat. Die Wirksamkeit sollen Lärmmessungen belegen. „Aus immissionsschutzfachlicher Sicht sehen Umweltreferat und KVR Tempo 30 – auch auf Hauptstraßen – als grundsätzlich wirksame und sinnvolle Lärmminderungsmaßnahme an“, schreibt Lorenz dem Stadtrat, der am Dienstag darüber berät. Kommt Tempo 30 nach einem erfolgreichen Versuch doch noch in der Stadt?

Der Umweltreferent spürt den Rückenwind der Nachbarn: Obwohl Lorenz das Limit aus dem Lärmplan streichen musste, forderten zuletzt sieben Bezirksausschüsse und 20 Bürger die Bremse. An der 800 Meter langen Brudermühlstraße leben 1300 Menschen, 19 000 Autos und Laster rauschen am Tag vorbei. Das KVR weist noch darauf hin, dass ein Versuch mit Messung erst sinnvoll ist, wenn eine für das erste Halbjahr geplante Baustelle wieder geräumt ist.

Die SPD bleibt skeptisch. „Da kann man nur beweisen, dass man mit Tempo 30 langsamer ist als mit Tempo 50“, spottet Fraktionschef Alexander Reissl. Die Brudermühlstraße sei nicht der Knackpunkt. Entscheidend für die Ablehnung sei schon vor einem Jahr gewesen, dass sich Tempo 30 auf Hauptstraßen gar nicht durchsetzen lasse.

David Costanzo

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