Doherty-Skandal: BR spielt seinen peinlichen Auftritt herunter

Niemand drehte dem britischen Rocker Pete Doherty (30) den Saft ab.
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Niemand drehte dem britischen Rocker Pete Doherty (30) den Saft ab.

München - Der Bayerische Rundfunk hat den betrunkenen Pete Doherty im Funkhaus und live im Radio die Nazi-Hymne singen lassen. Nun spielt der öffentlich-rechtliche Sender den Vorfall herunter.

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Skandal! Nazi-Hymne im BR-Funkhaus

Der Bayerische Rundfunk lässt einen torkelnden Mann im Funkhaus und live im Radio die Nazi-Hymne singen: „Deutschland, Deutschland, über alles …“ Niemand dreht dem britischen Rocker Pete Doherty (30) den Saft ab. Im Publikum drohen Tumulte, schließlich müssen die Verantwortlichen den Auftritt doch abbrechen. Der Skandal interessiert ganz Deutschland und das benachbarte Ausland. Und was hat der BR dazu zu sagen? „So schlimm ist es nun auch wieder nicht“, meinte Sprecher Rudi Küffner zur tz.

Der öffentlich-rechtliche Sender bemühte sich am Montag, den Vorfall runterzuspielen. „Lassen wir mal die Kirche im Dorf“, sagt Küffner. „Das Lied ist ja nicht einmal justiziabel.“ Recht hat er. Die erste Strophe des Deutschlandliedes ist nicht verboten, die Aufführung nicht strafbar. Darum singen es die Neonazis ja auch so gerne bei ihren Veranstaltungen. Muss man den Text im gebührenfinanzierten Rundfunk dulden? Offenbar schon. Denn der BR habe wie Sprecher Küffner sagt, keine Fehler gemacht.

Apropos Gebühren. Über eine Gage für den Skandal-Rocker Doherty konnte der BR am Montag keine Angaben machen. Alles sei ja völlig spontan gewesen. Beim Festival des BR-Jugendsenders on3 am Samstag klang das noch anders. Da erklärte eine Moderatorin, dass sie Doherty schon am Freitag auf einen Glühwein getroffen habe.

 Das BR-Konzert war übrigens nicht der einzige Überraschungsauftritt Dohertys am Samstag. Davor hatte er im Atomic Café in der Innenstadt gespielt – und war im Suff ins Schlagzeug gestürzt. Der Sender hätte also vorgewarnt sein können. Nichtsdestotrotz verlangte der BR eine Entschuldigung. Auf die wird der Sender wohl lange warten müssen, das gesteht Sprecher Küffner selbst ein.

Für Doherty wird die Sache – so er sie noch wahrgenommen hat – eine weitere München-Anekdote sein. Die bislang beste geht so: Beim Konzert vor sechs Jahren musste er nachts aus der Wohnung einer liebestollen Anhängerin fliehen, die seine Klamotten weggesperrt hatte. Also klaute Doherty ein Radl und flüchtete nackt durch Schwabing. Am Sonntag stand der Sänger noch einmal im Backstage auf der Bühne. Da hinterließ er einen wesentlich aufgeräumteren Eindruck beim Publikum.

tz

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