Arzt lehnt Vergleich ab

Pfusch-OP? Domina verklagt Busen-Doc

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"Lady Ria" vor der missglückten Busen-Operation (r.), links Patienten-Anwalt Michael Graf

München - Als "Lady Ria" war Maria H. (47) eine begehrte Frau gewesen. Doch heute ist ihr wichtigstes Kapital, ihr Körper, entstellt. Jetzt verklagt sie einen Arzt auf Schmerzensgeld.

Als „Lady Ria“ war Maria H. (47) eine begehrte Frau gewesen. Zu ihr kamen Männer, um sich von ihr erniedrigen oder auspeitschen zu lassen. Wenn Richter nach ihrem Beruf fragen, sagt sie prompt: „Domina.“ Doch ihr Studio hat sie schließen müssen. Grund: Ihr wichtigstes Kapital, ihr Körper, ist entstellt. Jetzt verklagt sie einen Arzt auf Schmerzensgeld.

Am 10. Dezember 2009 hatte sich Maria H. in der Residenzklinik (inzwischen geschlossen) unters Messer begeben. Sie wollte ihren Busen verschönern lassen. Auf ihren Schönheits-Chirurgen Dr. Christian L. lässt sie nichts kommen, er behandelt sie heute noch. Verbittert ist sie über Dr. Marek K., der ihren Busen-Doc während eines Urlaubs vertrat. Diesen hatte sie am 21. Dezember aufgesucht, weil Wundflüssigkeit austrat.

„Er hat meinen Busen brutal gequetscht, um Wundsekret herauszudrücken“, erzählte sie vor dem Oberlandesgericht. „Ich habe geweint vor Schmerzen, das war grausam.“ Darauf habe sie schlimme Blutergüsse bekommen, die Nähte seien zum Teil aufgebrochen. Ihr Anwalt Michael Graf: „Sie wurde ahnungslos und schwer geschädigt heimgeschickt.“

Dr. K. behauptet, dass die Frau bereits mit einer schweren Entzündung zu ihm gekommen sei. Er gibt seinen Kollegen Dr. L. die Schuld: „Die Implantate waren bakteriell besiedelt.“ Dr. Marek K. hat aber ein Problem: Bei einer Hausdurchsuchung wegen anderer Pfusch-Fälle fanden die Beamten in seinem Schlafzimmer versteckte Patienten-Akten! Die von Maria H. sind aber weg! Dr. K. muss wahrscheinlich bald vors Strafgericht.

Richterin Maria Vavra regte einen Vergleich an: Dr. Marek K. zahlt an Maria H. 10 000 Euro. Der lehnte ab. Der Prozess geht weiter.

E. Unfried

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