Hat er einen Schüler verprügelt?

Fall Brunner: Anstifter wieder im Visier der Polizei

Typische Pose: Anstifter Christoph T. (22) saß nach dem Mord an Dominik Brunner sechs Monate in U-Haft

München - Nach tz-Informationen ist Christoph T., der die Totschläger von Dominik Brunner anstiftete, jetzt schon wieder rückfällig geworden – obwohl die Bewährung noch nicht abgelaufen ist!

Er hat an der Bombe gezündelt, die Dominik Brunner († 50) am S-Bahnhof in Solln das Leben gekostet hat! Christoph T. (22) gab seinen Kumpels, den späteren Totschlägern Markus S. und Sebastian L. (siehe Text unten), noch die Worte „Besorgt’s denen richtig“ mit auf den Weg – und wurde dafür im April 2010 zu einem Jahr und sieben Monaten mit Bewährung verurteilt. Nach tz-Informationen ist er jetzt schon wieder rückfällig geworden – obwohl die Bewährung noch nicht abgelaufen ist!

Dominik Brunner († 50)

Dienstagabend, gegen 20.15 Uhr am Flaucher: Christoph T. war mit zwei Kumpanen unterwegs und soll Schülern, die dort mit ihrem Lehrer (34) eine Abschlussparty feierten, eine Tüte Chips und einen Six-Pack Red Bull entrissen haben. Der Lehrer schaltete sich ein, stellte T. zur Rede. Doch der soll daraufhin völlig ausgerastet sein: „Ich mach dich alle!“ Als dem Lehrer ein Schüler zur Seite sprang, attackierte Christoph T. offenbar auch ihn: Wie die tz aus Ermittlerkreisen erfuhr, soll T., der derzeit eine Ausbildung absolviert, dem minderjährigen Schüler mit der Faust so stark ins Gesicht geschlagen haben, dass dieser blutete!

Ohne Beute machte sich das Trio schließlich aus dem Staub. Dass die Situation nicht noch mehr eskalierte, hat Christoph T. wohl seinen Kumpels (19, 26) zu verdanken, die ihn zur Flucht überredet haben sollen. „Zwei der Täter haben wir kurze Zeit danach noch in Tatortnähe festgenommen“, bestätigt Polizeisprecher Sven Müller. Christoph T. dagegen wurde erst später ermittelt. Weil er einen festen Wohnsitz im Münchner Westen hat, durfte er vorerst auf freiem Fuß bleiben. Sobald der zuständige Ermittlungsrichter die Akten in die Hände bekommt, könnte es aber eng werden für ihn. Die Kripo ermittelt wegen versuchten Raubes, ihm droht wie schon 2009 die U-Haft. Damals saß er sechs Monate ein.

Dabei hatte Christoph T. bei seinem Prozess im April 2010 den Reumütigen gegeben, sprach sich von Alkohol und Drogen los und verpflichtete sich, eine Therapie zu machen. Auch am 12. September 2009 war er alkoholisiert, als er an der Donnersbergerbrücke von den vier Schülern 15 Euro gefordert und sie geschlagen und getreten hatte. Ebene jene Jugendlichen, die Dominik Brunner später in Solln vor T.’s Komplizen Markus S. und Sebastian L. in Schutz genommen hatte – und diese Zivilcourage mit dem Leben bezahlte.

Die Haupttäter sitzen noch im Gefängnis

Verurteilt: Sebastian L. (l.) und Haupttäter Markus S.

Der S-Bahn-Mord an Dominik Brunner († 50) hat 2009 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Manager hatte sich am S-Bahnhof Solln schützend vor vier Jugendliche gestellt –und wurde aus Rache dafür von Markus S. und Sebastian L. totgeprügelt. Dominik Brunner wurden posthum zahlreiche Ehrungen für seine Zivilcourage zuteil. Eine nach ihm benannte Stiftung mit vielen prominenten Unterstützern kümmert sich seither um Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind und selbstlos gehandelt haben.

Haupttäter Markus S. (23) wurde wegen Mordes aus Rache zu neun Jahren und zehn Monaten verurteilt – seine Haftzeit läuft im Juni 2019 aus. Mittäter Sebastian L. (22) bekam sieben Jahre wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Er bleibt bis September 2016 im Gefängnis. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass beide auf Brunner eingeschlagen und getreten hatten. Markus S. verstärkte die Wucht seiner Hiebe dadurch, dass er einen Schlüssel in die Faust nahm und zwischen den Fingern herausstechen ließ.

Sebastian Arbinger

Auch interessant

Meistgelesen

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion