Dominik Brunner: Eigener Platz, aber kein Denkmal

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Dominik Brunners Heimatort Ergoldsbach (Niederbayern) hat am ersten Todestag des S-Bahn-Helden eine 2,20 Meter-Statue enthüllt.

München - Beim Gedenken an Dominik Brunner (50†) ist eine wichtige Entscheidung gefallen: Die Stadt wird dem ermordeten Manager kein Denkmal bauen, will ihn aber dennoch ehren.

Das hat der Ältestenrat nach Informationen der tz in seiner jüngsten Sitzung vom 1. Oktober beschlossen. Die Stadt will Brunner aber eine Straße in Solln widmen. Der Rat hat das Kommunalreferat mit dem Verfahren einer Umbenennung beauftragt.

Bilder vom Brunner-Prozess

Bilder vom Brunner-Prozess

Zwei Jugendliche hatten Brunner am 12. September 2009 am S-Bahnhof ermordet, weil er vier Schüler beschützte – sie kassierten fast zehn und sieben Jahre Gefängnis. Kurz nach der Tat hatte der örtliche Bezirksausschuss vorgeschlagen, das Ende der Diefenbachstraße am Sollner Bahnhof in „Dominik-Brunner-Platz“ umzubenennen, um dessen Zivilcourage zu würdigen. Einen solchen Platz gibt es im hessischen Dietzenbach bereits seit Juli.

Im Ältestenrat wurde kein konkreter Ort besprochen. Dafür fiel in der vertraulichen Runde eine andere Entscheidung: Die zwölf Stadtvorderen der vier größten Parteien unter der Leitung von OB Christian Ude lehnen eine Dominik-Brunner-Figur ab. Dessen Heimatort Ergoldsbach (Niederbayern) etwa hatte am ersten Todestag eine 2,20 Meter-Statue enthüllt.

Der Ältestenrat in München hält dagegen eine Gedenktafel am Tatort für angemessen. Verhandlungen mit der Bahn laufen. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

David Costanzo

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