Heute dritter Todestag

Dominik Brunner: So lebt sein Mut weiter

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Kerzen, Blumen, Briefe: Nach dem Mord an Dominik Brunner war die Anteilnahme riesig

München - Der unfassbare Mord an Dominik Brunner schockte am 12. September 2009 die Republik. Das Verbrechen ist drei Jahre her, doch das Vermächtnis von Dominik Brunner lebt weiter.

Schützend hatte sich der 50-jährige Manager an jenem Tag in der U-Bahn vor vier Schüler gestellt, die von einem Trio angepöbelt und erpresst worden waren. Brunner bezahlt seinen Mut mit dem Leben. Am S-Bahn-Hof Solln rächten sich die Täter blutig.

Nun, drei Jahre nach der Tat, steht fest: Dominik Brunners Mut und Hilfsbereitschaft waren nicht vergebens – sie leben weiter. In der Dominik Brunner Stiftung. Die Idee dazu hatten seine Freunde und Arbeitskollegen: Alois Meier, Peter Maier und Peter Hoffmann von der Erlus AG im niederbayerischen Ergoldsbach, wo Brunner im Vorstand tätig war. „Wir wollen, dass sein Tod nicht umsonst war“, sagt Alois Meier.

Schulkinder trauern um Dominik Brunner

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Ein Schwerpunkt der Stiftung: Gewaltprävention. Die kann für Meier gar nicht früh genug anfangen. Besonders am Herzen liegt ihm das Schicksal von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien. In Landshut beteiligt sich die Stiftung mit 200 000 Euro am Bau eines Bürgerhauses. „Das soll so etwas wie ein Wohnzimmer für Kinder werden, die familiäre Probleme haben.“ 2013 soll in München eine ähnliche Einrichtung entstehen: das Dominik-Brunner-Haus. „Standorte könnten Hasenbergl oder Neuperlach sein. Geplant sind Kinderkrippe, -garten und -hort.“

Jahrestag Mordfall Brunner: Gedenken am Tatort

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Außerdem unterstützt die Stiftung Initiativen, die die Zivilcourage stärken – ob bei U-Bahn-Fahrgäste oder Schülern . Wichtig dabei: „Wir möchte aber aus niemandem einen Superhelden machen, der alle Probleme löst. Wir träumen von einer Gesellschaft, in der sich Menschen zusammentun, um sich der Gewalt gemeinsam entgegenzustellen“, so Meier. Und in der niemand wegschaut.

Die vergangenen drei Jahre haben auch seinen Blick geschärft – und ihn verändert. Meier war selbst im Hasenbergl, hat Familien besucht. Er sah Armut, wie er sie bisdahin nicht kannte. Sozial engagieren wollte er sich schon immer, nach dem Tod des Freundes tut er es jetzt.

Es wird eine kleine Gedenkstätte für Dominik Brunner am U-Bahnhof Solln geben. Die Bahn hat bereits ihr Einverständnis signalisiert. „Aber es soll kein Mahnmal werden“, so Meier, „es soll zu Zivilcourage ermutigen.“ Ein Tatort – für gute Taten!

WdP

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