Dominik Brunner: Die Polizei hörte, wie er starb

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Dominik Brunner: Am Bahnhof in Solln wurde er totgeprügelt.

München - Der grausame Tod von S-Bahnheld Dominik Brunner - die Polizei hat alles live mitgehört. Brunner hatte mit seinem Handy noch einmal angerufen. Das könnte einen der Täter sogar entlasten.

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Dass es von der schrecklichen Prügelorgie in Solln überhaupt einen Tonbandmitschnitt bei der Polizei gibt, war bisher völlig unbekannt. Nun berichten verschiedene Medien, dass die Einsatzzentrale live mitbekam, was am Sollner Bahnhof geschah. Demnach hört man auf dem Tonband einen schreienden und tobenden Täter - mutmaßlich Markus S. (18). “Er schreit wie ein Tier“, wird ein Ermittler zitiert. Dann hört man die Schläge. Dabei soll Markus S. immer wieder „Motherfucker“ und „Fuck, Fuck, Fuck“ gerufen haben.

Solln: Trauerfeier für Dominik Brunner

Solln: Trauerfeier für Dominik Brunner

Schweigeminute und Andacht für S-Bahn-Opfer
Rund 500 Menschen nahmen nach Polizeiangaben an dem Gedenken auf einem Parkplatz unweit des Tatorts in München-Solln teil. © dpa
Schweigeminute und Andacht für S-Bahn-Opfer
Der Pfarrer der evangelischen Apostelkirche, Christian Wendebourg, plaziert einen Stein in ein Symbol der "Spirale der Gewalt". © ap
Schweigeminute und Andacht für S-Bahn-Opfer
Ein Foto und eine gelbe Rose auf dem Altar erinnern an Dominik Brunner. © dpa
Schweigeminute und Andacht für S-Bahn-Opfer
Pfarrer Christian Wendebourg sagt: “Uns soll nicht Dominik Brunners Tod in Erinnerung bleiben, sondern seine Tat!“ © dpa
Schweigeminute und Andacht für S-Bahn-Opfer
Menschen legen vor der Trauerfeier Kerzen und Blumen auf den Bahnsteig. © dpa
Schweigeminute und Andacht für S-Bahn-Opfer
Auch eine Gruppe Pfadfinder kam an den Sollner Bahnhof. © ap
Schweigeminute und Andacht für S-Bahn-Opfer
Die Anweseden legten nach der Gedenkveranstaltung Teelichter und Rosen zu einer symbolischen Spirale der Gewalt aus Steinen auf den Boden. © dpa
Ein Bild des Geschäftsmannes Dominik Brunner steht auf dem provisorischen Altar. © dpa
Auch diese Pfadfindergruppe nahm an der Trauerfeier teil. © ap
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Schweigeminute Andacht S-Bahn Dominik Brunner
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Später wurden bei Dominik Brunner 42 Verletzungen gezählt. 22 davon so schwer, dass er daran starb.

Was genau geschehen ist, wird noch überprüft. Klar ist aber schon: Von dem Handy, das Dominik Brunner (50) bei sich hatte, wurde um 16.09 Uhr noch einmal der Notruf gewählt. Ob Brunner selbst die Polizei rief oder ob versehentlich die Wahlwiederholung gedrückt wurde, muss noch geklärt werden. Nur vier Minuten zuvor hatte der Manager schon einmal Hilfe gerufen. Damals hatte er der Polizei noch ruhig erklärt, dass Kinder in der S-Bahn bedroht wurden. Dann stieg er mit den Kindern aus - die Schläger folgten ihnen.

Entlastung für einen der Täter?

Für einen der beiden Schläger, Sebastian L. (17), könnte das Tonband allerdings ein Glücksfall sein: Nach Medienberichten soll er den mutmaßlichen Haupttäter Markus S. von seinem Opfer weggezogen haben. Zumindest ist von Sebastian L. auf dem Mitschnitt nicht viel zu hören.

Zu hören ist aber Dominik Brunner: Unverständliches Murmeln zeichnet das Tonband auf - offenbar kann er in seinen letzten Minuten nicht mehr um Hilfe rufen.

Das Landeskriminalamt (LKA) lässt nun ein Gutachten zu dem etwa einminütigen Telefonat erstellen.

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