Dominik-Brunner-Stiftung ehrt Menschen

München - Das traurige Schicksal von Dominik Brunner ist auch nach zwei Jahren noch in aller Munde. Die Stiftung zu Ehren Brunners ehrt Menschen. Einige davon stellt die tz vor.

Am Montag ist es zwei Jahre her, dass der Münchner Manager Dominik Brunner (50) von zwei Jugendlichen am S-Bahnhof Solln tot geprügelt wurde – nachdem er in der S-Bahn eingegriffen hatte, als die Rüpel Kinder mit Schlägen bedrohten. Brunners Zivilcourge und sein Tod haben die ganze Republik bewegt und eine Diskussion über Wegschauen und Eingreifen angestoßen. Eine Diskussion, die bis heute nachwirkt. Jetzt, an diesem Samstag, ist ein besonders markanter Punkt auf diesem Weg. In der Allianz Arena werden vor dem Bayern-Spiel gegen Freiburg 13 Menschen für ihre Zivilcourage ausgezeichnet. Die Dominik-Brunner-Stiftung ehrt diese mutigen Bürger für ihren Einsatz, eben fürs Hinschauen, fürs Helfen. Mit vor Ort: FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß, ein großer Unterstützer der Stiftung. Aber die Hauptpersonen des Tages sind natürlich die Geehrten. Die tz stellt einige dieser Helfer vor und sagt: Danke für Euren Mut!

Sexstrolch gestoppt

Thomas Bursik und Ricarda Seifert.

Thomas Bursik und Ricarda Seifert (beide 20) griffen ein, als sich am 26. April 2010 ein angetrunkener Mann (47) am Ostbahnhof im Bus neben ein zehnjähriges Mädchen setzte und es begrapschte. Während die anderen Fahrgäste wegschauten, stand Schüler Thomas Bursik auf, packte den Sittenstrolch und zerrte ihn vom Mädchen weg, während seine Freundin Ricarda sich um das Opfer kümmerte. Der Busfahrer holte die Polizei, der Täter wurde festgenommen und kam vor Gericht. Die beiden Retter wurden bereits von Aktenzeichen XY ausgezeichnet, der damalige Innenminister Thomas de Mazière überreichte voriges Jahr den Preis. Heute wird Bursik von der Dominik-Brunner-Stiftung geehrt

Einsatz kostete ihn seinen Job

Als ein randalierender Fahrgast im Bus auf den Fahrer einprügelte, fackelte Christian Walter (53) 2004 nicht lange, und eilte dem Chauffeur zu Hilfe. „Es dauerte eine halbe Stunde, bis wir den wild um sich schlagenden Kerl unter Kontrolle hatten und die Polizei kam.“ Walter verletzte sich die Hand so unglücklich, dass er sieben Mal operiert werden musste und nun seinen Beruf als Krankenpfleger nicht mehr ausüben kann. Er musste wieder zu seinen Eltern ziehen, weil er jahrelang mit den Behörden um eine Rente stritt. „Seit 2010 bekomme ich endlich ein kleine Rente.“ Jetzt kann Walter ein Studium als Pflegedienstmanager machen. Die Dominik-Brunner-Stiftung unterstützt ihn dabei.

Tramfahrer blutete

Dieter Gräul.

Als Dieter Gräul am 15. März 2011 abends in der Tram an der Haltestelle Stegener Weg in Laim steht, wird er Zeuge, wie zwei 16-jährige Jugendliche wie die Wilden auf den Trambahnfahrer einprügeln. „Ich dachte, die schlagen ihn tot“, erinnert sich Gräul. Erschreckend: Auch hier schauen die anderen Fahrgäste zu, greifen nicht ein. Gräul aber eilt dem Tramfahrer zu Hilfe und steckt selbst Schläge ein. Erst, als er mit der Polizei droht, flieht das Duo. Die beiden polizeibekannten Schläger werden eine Stunde nach dem Angriff gefasst. Gräul: „Ich hatte nach dem Vorfall an Dominik Brunners Tod gedacht. Wenn ich aber danach ginge, dürfte ich überhaupt nicht mehr helfen. Ich ­würde es wieder tun.“

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