Brände und Hagelschäden nach Unwetter

Donner-Sommer: Wann zahlt die Versicherung?

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Bei Unwettern waren in der Nacht zum Dienstag in Bayern die Einsatzkräfte gefordert.

München -  Sommerzeit, Unwetterzeit! In der Nacht zum Dienstag sind schwere Unwetter über Bayern gezogen. Blitz, Hagel und Wind verwüsteten den Freistaat! Wer zahlt für Schäden am Auto oder Häusern?

In Gigging knickte der Maibaum wie ein Streichholz um.

Der heftige Sturm brachte sogar den Maibaum in Gigging (Landkreis Ebersberg) zum Umknicken. Der knapp 20 Meter lange Baum brach in etwa sechs Metern Höhe ab. Im Landkreis Eichstätt wurde die Feuerwehr gleich zu zwei Bränden gerufen,die offenbar durch Blitzeinschläge ausgelöst wurden. In Forchheim (Gemeinde Pförring) brannte gegen 2 Uhr der Dachstuhl eines Einfamilienhauses. Dabei entstand ein Sachschaden von etwa 150 000 Euro. Die Bewohner konnten sich unverletzt retten. Außerdem fing in Beilngries eine Trafostation Feuer.
Zu einem Brand kam es in Drachselried (Landkreis Regen) nach einem Blitzeinschlag in ein Wohn- und Geschäftshaus zwar nicht, allerdings wurde fast das komplette Dach heruntergerissen. Schaden: mehrere zehntausend Euro. Durch die starken Regenfälle liefen in der Oberpfalz viele Keller voll. In Falkenstein (Landkreis Cham) wurden mehrere Kanaldeckel vom Wasser nach oben gedrückt. Das Gewächshaus einer Gärtnerei in Markt Schwaben (Kreis Ebersberg) wurde durch Hagel stark beschädigt. In Fürstenfeldbruck stürzte ein Baum auf zwei parkende Autos.

Wenn der Hagel das Auto zerdeppert

Sven Greifenberg von Douteil drückt Hagel-dellen aus einer Motorhaube.

Kaskoversicherte sind auf der sicheren Seite, wenn Hagelkörner das Auto demolieren. Hier zahlt die Versicherung. Unterschiede zwischen den Konzernen gibt es jedoch bei der Höhe der Selbstbeteiligung. Kunden, die einen Schaden gemeldet haben, werden von der AachenMünchener, der Generali und der Cosmos häufig zu Sammelbesichtigungen eingeladen. Ein Sachverständiger zählt dort alle Dellen am Fahrzeug und misst ihre Größe. Sein wichtigstes Hilfsmittel: Ein gestreiftest Partyzelt, unter dem die Autos parken. „Die Streifen spiegeln sich auf dem Lack. Wo ein Streifen nicht gerade verläuft, sitzt eine Delle“, erklärt der Sachverständige Ludwig Kapfer. Seinem geschulten Blick entgeht nicht die kleinste Mulde. Und auch angebliche Hagelschäden, die mit dem Gummihammer herbeigeführt wurden, erkennt ein Profi sofort: „Meist ist dann der Lack beschädigt. Sowas passiert nicht durch ein Hagelkorn, weil es von einer Wasserhülle umgeben ist“, so Jürgen Martin, Regionalleiter Südost bei der Schadenmanagementgesellschaft des Generali Deutschland Konzerns. Sofort nach der Begutachtung erfährt der Kunde die Schadensumme. Diese kann er sich auszahlen lassen oder seinen Wagen zur Reparatur geben. In diesem Fall sind die Mitarbeiter des Hagelschaden-Centrums Douteil gefragt. Mit Spezialwerkzeug drücken oder ziehen sie jede einzelne Delle aus dem Blech. Der Lack bleibt dabei unversehrt. „Die Reparatur lohnt sich häufig, da Hagelschäden den Wiederverkaufswert erheblich mindern“, sagt Jürgen Martin.

Unwetter: Wann zahlt die Versicherung?

Nach den Unwettern von Dienstagnacht bleiben in Bayern viele Schäden an Häusern zurück - und die Frage, welche Versicherung dafür aufkommt. Claudia Herrmann von der Allianz liefert die wichtigsten Antworten.

Brennt es nach einem Blitzeinschlag im Haus, zahlt die Wohngebäude-Feuerversicherung für den Schaden. Kurzschluss- und Überspannungsschäden an elektrischen Einrichtungen sind nicht in allen Verträgen enthalten. „Auch in der Hausratversicherung sollte man prüfen, ob Überspannungsschäden für Elektrogeräte durch Gewitter enthalten sind. Hier lohnt sich ein Blick in die Bedingungen“, erklärt Claudia Herrmann. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte bei teueren Geräten den Stecker ziehen. Um sich im Ernstfall gegen Überschwemmungen durch starken Regen, übertretende Gewässer oder einen Rückstau aus dem Rohrsystem abzusichern, sollte eine Zusatzdeckung für Elementarschäden in die Wohngebäude- und Hausratversicherung unbedingt aufgenommen werden. „Bei Sturm ab einer Windstärke von 62 Kilometern pro Stunde zahlt die Wohngebäudeversicherung für Schäden am Haus“, so Herrmann. Außerdem sollte man mit dem Versicherer klären, ob auch Gartenmöbel mitversichert sind.

Beate Winterer

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