Bauarbeiten an der Donnersberger Brücke

Das Nadelöhr nervt noch länger

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Europas meistbefahrene Brücke: eine Baustelle – mindestens bis Ende September

München - Das Debakel im Berufsverkehr: Es geht in die Verlängerung. Die Bauarbeiten an der Donnersbergerbrücke verzögern sich.

 Ein bis zwei Wochen länger als geplant wird das Nadelöhr die Autofahrer noch nerven! Eigentlich hätte ja spätestens bis zum Wiesn-Anstich am kommenden Samstag alles erledigt sein sollen – das wird jetzt aber doch nicht klappen. „Wir hatten größere Schwierigkeiten mit den Arbeiten über den Gleisen der Bahn“, sagt Ralf Wulf vom Baureferat. Die Sanierungsarbeiten am Ostteil der Brücke, die bereits seit April laufen, werden nun erst Ende September oder im Oktober beendet sein. Also: Baustelle auch während der Wiesn!

Hintergrund sind Probleme bei der statischen Verstärkung: Die Arbeiten an Spannbetonträgern waren komplizierter als gedacht. Die Lücken im Beton, in denen das verstärkende Material eingebracht wurde, mussten erst gefunden werden. Das konnte nur passieren, wenn keine Züge fuhren. „Also in kurzen Phasen in der Nacht und auch an den Wochenenden, wo Schienenersatzverkehr war“, sagt Wulf.

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Enge Einfädelspuren, Tempo 40: die Begleiterscheinungen der Baustelle

Auch der Gasunfall im Juli brachte den Zeitplan durcheinander. Ein Bauarbeiter hatte eine Gasleitung angebohrt. Die Folgen: stundenlange Sperrung für Auto- und Bahnverkehr, zwischenzeitlicher Stillstand auf der Baustelle – und grundsätzliche Überlegungen. Wulf: „Wir haben unser Sicherungs- und Sperrkonzept nochmals überprüft.“ Das hat Zeit gekostet. Im Plan ist derweil der Austausch von vier Übergangskonstruktionen verlaufen – der eigentliche Grund für die Baustelle. Diese Stahlteile sorgen dafür, dass die Brücke nicht beschädigt wird, wenn sie sich bei Hitze und Kälte ausdehnt oder zusammenzieht. Nach 40 Jahren Einsatz in Europas meistebefahrener Brücke mussten sie erneuert werden. Die Pendler spüren die Baustelle deutlich – mit Tempo 40, mit verschwenkten, engen Spuren, mit Staus in der Rushhour. Wulf glaubt zwar nicht, dass es wegen der Wiesn Extra-Stau geben wird: „Wie viele Besucher kommen schon mit dem Auto zum Oktoberfest?“ Allerdings: Während der Wiesn sind Hunderttausende Gäste in der Stadt… Den Baustellen-Normalzustand ohne Oktoberfest gibt‘s ab Frühjahr 2013. Dann wird der Westteil saniert.

edo

A 9: Die Horror-Baustelle wird um sechs km kürzer

Das ist mal eine gute Nachricht: Auf der Horror-Baustelle an der A 9 (15 km lang) geht’s endlich wieder flüssiger vorwärts. Die Bauarbeiten zwischen dem Parkplatz Aster Moos und dem Kreuz Neufahrn in Richtung München sind schon beendet (bis auf ein paar Restarbeiten auf dem Seitenstreifen). Und in Richtung Nürnberg wird der Verkehr voraussichtlich ab kommendem Montag, 17. September, wieder ungestört fließen.

Der Fahrbahnbelag wurde erneuert, die Standstreifen verstärkt, die Anschlussstellen umgebaut und die Brücken saniert. Außerdem gibt es neue Nothaltebuchten. Der Seitenstreifen wurde so ausgebaut, dass man ihn bei viel Verkehr als Extra-Spur nutzen kann.

Allerdings: Noch ist nicht alles gut. Der nördliche Teil der Baustelle (neun km) ist noch nicht fertig. Zwischen Allershausen und Aster Moos wird noch gewerkelt – voraussichtlich bis Mitte Oktober.

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