Donnersberger Brücke

Wieder fünf Monate Nerv-Baustelle

+
Schon voriges Jahr wurde an der Brücke gewerkelt. Es gab ständig Staus.

München - "Donnersberger- brück‘n – pfeifst aus’m letzten Loch!“ Wie recht Willy Astor doch mit seiner Hymne auf die „Golden Gate für Arme“ hatte. Ab Montag brauchen Autofahrer starke Nerven.

Ab Montag ist die marode Brücke mal wieder für fünf Monate Baustelle. Und das dürfte täglich zu dem führen, was Astor in seinem Lied auch besang: zum „Debakel im Berufsverkehr“.

Ab Montag brauchen die Autofahrer auf der Brücke wieder viel Geduld. Grund: Bis Mitte September wird die westliche Hälfte des für den Münchner Verkehr so wichtigen Bauwerks für 3,8 Millionen Euro saniert. Das heißt: In beide Richtungen fehlt dem Mittleren Ring eine Fahrspur.

Die 1969 bis 1972 aus Spannbetonträgern errichtete Brücke wird tagtäglich von rund 150 000 Fahrzeugen benutzt – das ist Europarekord!. Auch wenn Astor über sie singt: „Stehst do wie angegossen“, hat sie vom Smog genug und ist gar nicht so „g’sundheitlich bewundernswert“ – die Donnersberger ist ein Dauer-Patient, der ständig operiert und gepflegt werden muss. Mitte der 90er- Jahre fand bereits eine Generalsanierung statt, kleinere Reparaturen folgten.

Seit vorigem Jahr werden die Dehnungsfugen an den Rampen erneuert. Hierbei handelt es sich um Stahlteile, die das Ausdehnen der auf Pfeilern ruhenden Spannebetonelemente bei hohen Temperaturen ausgleichen. Diese 40 Jahre alten Stahlkonstruktionen haben mittlerweile zu viel Rost angesetzt. Und wenn die Brücke schon mal operiert wird, bekommt sie bei der Gelegenheit auch noch eine Asphalt-Decke verpasst.

Voriges Jahr fand der erste Streich auf der östlichen Hälfte der Brücke statt, ab Montag ist die westliche Seite dran. Damit die Bauarbeiter ungestört an die Nahtstellen rankommen, muss eine Fahrspur gesperrt und auf die östliche Brückenhälfte verlegt werden. Auch an den Auffahrten fällt eine Spur weg (siehe unten).

Am Montag beginnen die Arbeiter um 21.30 Uhr mit der Markierung der neuen Verkehrsführung, das soll auch in den folgenden drei Nächte andauern. Die neue Verkehrsführung gilt ab Gründonnerstag. Ab dann kann gebaut werden.

Wann der Verkehr wieder frei fließen kann? „Der Abschluss der Arbeiten an der Donnersbergerbrücke ist zum Ende der Sommerferien geplant“, sagen die Verantwortlichen.

Da hieß es voriges Jahr auch. Doch es kam zu einem Zwischenfall: Ein Bauarbeiter hatte an einem Brückenpfeiler eine Gasleitung angebohrt! Brücke und Bahn wurden gesperrt. Danach wurde noch weit ins Oktoberfest hinein an der Donnersbergerbrücke gewerkelt.

Mit diesen Promis stehen wir gerne im Stau

Mit diesen Promis stehen wir gerne im Stau

Abfahrt zur Landsberger Straße: eine Spur weniger

Während der Sanierung müssen die Bauarbeiter die Fahrbahndecke aufreißen, auch an der zweispurigen Abfahrt runter zur Landsberger Straße. Die geschieht abwechselnd. Das heißt, von den beiden Fahrbahnen ist immer jeweils eine gesperrt.

Die Überholspur Richtung Süd wird nach Osten verlegt

Um zwischen Landshuter Allee und Trappentreutunnel immer mindestens zwei Fahrspuren in beide Richtungen zur Verfügung zu haben, wird eine Fahrspur von der westlichen auf die östliche Brückenhälfte verlegt, wo voriges Jahr bereits die Dehnungsfugen ausgewechselt wurden. Das heißt aber auch, Richtung Norden gibt es eine Fahrspur weniger.

Auf der Westseite ist immer jeweils eine Spur gesperrt

Auf der östlichen Hälfte der Brücke wird bis September immer jeweils eine Fahrspur gesperrt, damit die Bauarbeiter dort die Dehnungsfugen auswechseln können. Das heißt, eine Fahrspur ist immer belegt, zum Ausgleich steht auf der östlichen Brückenhälfte eine Fahrspur Richtung Süden zur Verfügung.

An der Ausfahrt Arnulfstraße fällt eine Spur weg

Auch die Auffahrsrampe von der Arnulfstraße auf die Donnersbergerbrücke wird von zwei Fahrbahnen auf eine Spur verringert. Damit ist gewährleistet, dass die Arbeiter immer an einer Spur arbeiten können.

J. Welte

auch interessant

Meistgelesen

Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen

Kommentare