Autos müssten weichen

Skatepark unter der Donnersberger Brücke? Neue Idee könnte für Ärger bei Stellplatzinhabern sorgen 

So könnte der Skatepark aussehen.

Weniger Autos, mehr Platz für Bürger. Unter diesem Motto will ein Anwohner einen Parkplatz unter der Donnersbergerbrücke in einen Skatepark verwandeln.

  • Ein Parkplatz unter der Donnersbergerbrücke soll zu einem Skatepark werden.
  • Ärger könnte es geben, weil dafür heiß begehrte Autostellplätze wegfallen müssten.
  • Der Betriebsausschuss hat bei der Stadt angeregt, die Machbarkeit des Projekts zu prüfen.

München - Willy Astor hat der Donnersbergerbrücke bereits vor über 25 Jahren ein ironisches Liebeslied gewidmet.„Donnersbergerbrück’n, pfeifst aus’m letzten Loch, du Golden Gate für Arme“: So hat der Musiker den grauen Riesen besungen. Schöner ist die Brücke seitdem sicher nicht geworden – und gleiches gilt für den Parkplatz darunter. Über dessen Umnutzung machen sich die Stadtviertel-Politiker schon länger Gedanken. Nun hat ein Anwohner im Bezirksausschuss (BA) Schwanthalerhöhe eine Projektidee vorgestellt, für die es erst einmal viel Zustimmung gab, die aber sicher auch das Zeug dazu hat, Kontroversen auszulösen: Er schlägt einen Freizeit- und Skatepark mit Begrünung unter der Brücke vor. Ärger könnte es geben, weil dafür heiß begehrte Autostellplätze wegfallen müssten.

So sieht es unter der Donnersbergerbrücke aktuell aus.

„Darauf gekommen bin ich, als ich mich mit meinen Nachbarn unterhalten habe. Wir finden, dass es in unserer Gegend zu wenig Grün gibt“, sagt Architekt Flavio Cucina. „Außerdem haben wir darüber gesprochen, dass man den Platz unter der Brücke besser nutzen könnte – da kam mir die Idee eines überdachten Skateparks.“ Dieser soll auf der Südseite der Brücke an der Kreuzung zur Landsberger Straße entstehen.Auf knapp 1000 Quadratmetern könnten Jugendliche ihrem Sport nachgehen, ohne Anwohner zu stören. Kombiniert werden soll die Anlage mit Pflanzen, die die Luft säubern. In Zusammenarbeit mit dem Verein Green City sieht das Konzept Kletterpflanzen wie Hopfen an den Außenseiten des Parks vor. Ein paar Parkmöglichkeiten sollen bleiben – mit mehreren E-Ladestationen. Das soll das Viertel attraktiver machen und die Wohnqualität verbessern.

Skatepark unter Donnersberger Brücke? Weichen müssten intensiv genutzte Parkplätze

Neben dem Verein unterstützt unter anderem auch einSkater-Verband das Projekt. Allerdings: Bisher ist das alles nur eine Idee. Weichen müssten dafür intensiv genutzte Parkplätze. Die BA-Vorsitzende Sibylle Stöhr (Grüne) sagt: „Das Projekt ist ganz im Sinne einer nachhaltigen, grünen Stadtpolitik: Autos raus aus der Stadt und dafür lebenswertere Aufenthaltsflächen!“ Ob ein Skatepark allerdings die richtige Lösung wäre, daran bestehen im BA auch Zweifel.

„Unter der Brücke ist nicht nur die Emissionsbelastung sehr hoch, sondern auch die Lärmbelastung“, findet Ulrike Boesser (SPD). „Denn ich glaube nicht, dass wir in den nächsten fünf Jahren komplett auf Elektromobilität umsteigen werden.“ Trotzdem hat der BA bei der Stadt angeregt, die Machbarkeit des Projekts zu prüfen. Eine Anfrage unserer Zeitung bei der Stadtverwaltung blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Der BA hatte auch angeregt, man solle weitere Vorschläge für die Nutzung prüfen. Womöglich wird Willy Astor den Text seines ganz besonderen Liebesliedes noch umschreiben müssen.

Vincent Suppé und Laura Felbinger

Bei einem tragischen Unfall in München hat sich ein 15-Jähriger schwere Verletzungen zugezogen. Er war zuvor am Friedensengel abgestürzt.

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