Scheidungsschlacht endet mit Bluttat

Mann (62) ersticht Ex-Frau und Schwester

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In diesem Haus in Perlach hat ein Mann (62) seine Ex-Frau und seine Schwester umgebracht.

München - Ein blutiger Doppelmord hat sich in der Nacht zum Sonntag in Ramersdorf ereignet. Ein 62-Jähriger soll seine Ex-Frau und seine Schwester erstochen haben. Dann stellte er sich der Polizei.

Die Szenerie am Tatort ist nichts für zart besaitete Gemüter. Eine Blutlache zieht sich über die Kellertreppe und das Treppenhaus im Erdgeschoss. An der Haustür und vor dem Haus kleben Blutspritzer. Die Tatortreiniger sind angerückt, um die grausigen Spuren zu beseitigen. Spuren eines Kampfes um Leben um Tod, der sich im Haus an der Hofangerstraße 2 in der Nacht zum Sonntag abgespielt hat. Ein 62-jähriger Türke, der in München lebt, soll hier seine Ex-Frau und seine Schwester ermordet haben. Als mögliches Motiv für den Doppelmord stehen laut Polizei familieninterne Streitigkeiten im Raum.

Gegen 0.40 Uhr am Sonntag betritt Emrullah C. die Wache der Verkehrspolizei an der Bad-Schachener-Straße in Ramersdorf. Der angetrunkene Mann erzählt dem wachhabenden Beamten, dass er zwei Menschen erstochen habe. Auf Nachfrage des Polizisten nennt er eine konkrete Adresse: die Hofangerstraße 2. Dort befindet sich die Wohnung seiner Ex-Frau, mit der er zwei Kinder hat. Das frühere Paar lebt seit vielen Jahren getrennt.

Vor Ort treffen die Beamten auf Tevfik Yazici. Der 46-Jährige betreibt im vorderen Teil des Hauses das „Cafe Karadeniz“. Yazici berichtet, er habe mit seinen Gästen ein spanisches Fußballspiel angeschaut, es sei laut gewesen: „Wir haben nichts Auffälliges mitbekommen.“ Umso überraschter ist Yazici, als die Beamten bei ihm eintreffen. Da der Hauseingang verschlossen ist, nutzen die Polizisten den Hintereingang von Yazicis Kneipe, der in das Erdgeschoss des Hauses führt. Dort bietet sich den Polizisten und Yazici ein schrecklicher Anblick. Das Treppenhaus ist voller Blut, auf der Treppe zum Keller liegt die Leiche einer Frau. „Ich habe nur ihre Füße gesehen, sie lag mit dem Kopf nach unten“, erzählt der schockierte Wirt. Im ersten Stock verschaffen sich die Beamten Zutritt zur Wohnung von Muradiye A., der 60-jährigen Ex-Frau des Verdächtigen. Hier finden die Polizisten ihre blutüberströmte Leiche.

Bluttat von Perlach: Bilder vom Tatort

Beim zweiten Opfer handelt es sich um Semra A., die 51-jährige Schwester des Täters, die ebenfalls in München wohnte. Beide Opfer starben laut Polizei an Stichverletzungen. Emrullah C. wollte gegenüber der Polizei keine weiteren Angaben zum Tathergang machen. Vermutlich tötete der Täter erst seine Ex-Frau in der Wohnung, während seine Schwester zu fliehen versuchte. Davon zeugen Blutspuren an der Wohnungstür im ersten Stock und im Treppenhaus. „Der eigentliche Kampf muss sich im Eingangsbereich des Hauses abgespielt haben“, sagt Tatortreiniger Peter Anders. Offensichtlich schaffte es das Opfer vor die Haustür , bevor der Täter sie wieder ins Haus zurückzog.

Die Polizei will nun Angehörige befragen, ob familieninterne Angelegenheiten zur Tat geführt haben. Wirt Tevfik Yazici jedenfalls ist ratlos: „Ich kenne Frau C. schon seit über zehn Jahren. Das ist eine nette Frau, die nie Probleme gemacht hat.“ Ihren Ex-Mann, Emrullah C., habe er einst auch kennengelernt. Er sei jedoch vor einiger Zeit in die Türkei gezogen: „Ich habe ihn seit mehreren Jahren nicht mehr gesehen.“ Laut Polizei wohnt der Verdächtige wieder in München.

Nach Informationen der tz hatten sich Emrullah C. und Muradiye A. am Samstagabend getroffen, um einen Streit um den Immobilienbesitz des einstigen Paares zu klären. Semra A. habe in der Streitfrage nicht auf der Seite ihres Bruders gestanden. Warum sie bei dem Gespräch zugegen war, könnten sich Angehörige jedoch nicht erklären. Die übrigen Anwohner des Hauses sagten gegenüber unserer Zeitung, nichts von dem Kampf mitbekommen zu haben. Sie hätten erst durch die Polizei von der Tat erfahren. Wie es zu der Tragödie kam, bleibt vorerst ein Rätsel.

Angelo Rychel

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