Dr. Mord legte falsche Blutspur

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Zur Beerdigung von Anton Fanger kamen zahlreiche Menschen.

Er war Zeit seines Lebens ein zuverlässiger Mensch – der Finanzbeamte Anton Fanger (48) aus Kirchasch (Kreis Erding).

Es passte nicht zu ihm, dass er im April vergangenen Jahres drei Tage hintereinander nicht zur Arbeit nach München kam – schon gar nicht unentschuldigt. Seine Kollegen alarmierten deshalb in der Woche nach Ostern die Polizei. Eine Streife schaute in dem Bauernhaus des alleinstehenden Mannes nach – und fand ihn tot im Hausflur. Hingerichtet mit einem gezielten Kopfschuss.

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Der mutmaßliche Mörder sitzt inszwischen in Stadelheim, ihm wird in wenigen Wochen der Prozess gemacht. Jetzt, wenige Tage vor Fertigstellung der Klageschrift, sind weitere Details bekannt geworden, wie perfide der mutmaßliche Täter gehandelt – und wie er das Opfer kennengelernt hatte.

Schon drei Wochen nach dem Mord wurde damals Dr. Wolfgang R. (61) in Augsburg unter dringendem Tatverdacht festgenommen – auf den Mediziner war die Soko Kirchasch gestoßen, als sie den Bekanntenkreis von Anton Fanger durchleuchteten. Der Arzt war hochverschuldet – und ein verurteilter Mörder. Er hatte bereits eine Haftstrafe von 17 Jahren abgesessen – für einen Mord an seinem Vermieter in Hessen.

Den Schlüssel zum Fahndungserfolg lieferte schließlich die Freundin des Arztes. Bei der Geliebten handle es sich um eine Finanzbeamtin. Die Frau war mit Anton Fanger bekannt, der beim Finanzamt München beschäftigt war. Auch die Frau sitzt in Stadelheim ein. Sie wird wegen kleinerer Delikte sowie wegen Beihilfe zum Mord angeklagt.Die Geliebte dürfte dem Arzt erzählt haben, dass Fanger alleine in einem abgelegenen Bauernhaus lebt und aufgrund von Erbschaften und Sparen ein stattliches Vermögen angesammelt hatte. Die Rede ist von gut einer Million Euro. Anton Fanger hatte das Geld zur Seite gelegt, weil er eine Familie gründen wollte. Mehrfach hatte er Kontaktanzeigen in Tageszeitungen geschaltet.

Wie hoch die kriminelle Energie des Täters ist, zeigt eine falsche Spur, die er gelegt hat. Am Tatort fand sich eine Blutspur, die nicht Anton Fanger zuzuordnen war. Daraufhin wurden im November die Mutter und die Tante Fangers exhumiert, die auf dem Friedhof der kleinen Ortschaft begraben sind. Dazu war es auch notwendig, die sterblichen Überreste des Mordopfers noch einmal aus dem Familiengrab zu heben. Doch auch die DNA der Verwandten passte nicht zu der Blutspur.

Nachdem die Soko Kirchasch zu diesem Zeitpunkt bereits von dem Zusammenhang zwischen Dr. Wolfgang R., dessen Freundin und dem Opfer wusste, nahmen die Kriminaler die Praxis genau unter die Lupe – ein Volltreffer. Das Blut stammte von einer Patientin des mutmaßlichen Täters. Er hatte das Blut offenbar am Tatort hinterlassen, um von sich abzulenken.

Quelle: tz

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