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Drama am Hauptbahnhof: München mit Monaco verwechselt

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Die Nichte saß im Zug ins Fürstentum Monaco am Mittelmeer.
Die Nichte saß im Zug ins Fürstentum Monaco am Mittelmeer. © Constantin von Cossel/dpa/gms

Ihre Nichte in den Händen von Verbrechern! Mit jeder Stunde, die am Freitagmorgen am Münchner Hauptbahnhof verstrich, hatten die beiden Tanten schlimmere Bilder vor Augen.

Warum war sie nicht wie vereinbart aus dem Zug von Paris ausgestiegen?

Nie hätten die beiden Damen gedacht, dass sie kurz darauf über sich selbst lachen würden.

Laut Bundespolizei hatten die beiden in Italien wohnenden und nur spanisch und italienisch sprechenden Frauen mit dem 14-jährigen Mädchen ein Treffen in „Monaco“, italienisch für München, vereinbart. Eine Freundin hatte das Mädchen wie abgesprochen in Paris in einen Nachtzug gesetzt. Die Tanten warteten pünktlich am Münchner Bahnsteig.

Als der Paris-Zug ankam und ein Reisender nach dem anderen ausstieg, blickten sich die Tanten gespannt um. Nach ein paar Minuten stieg keiner mehr aus. Und von ihrer Nichte war nichts zu sehen! Das Mädchen hatte kein Handy dabei – also wandten sich die verzweifelten Frauen an die Bundespolizei im Bahnhof.

Die Beamten setzten alle Hebel in Bewegung, fahndeten in den einschlägigen Polizei-Systemen, befragten sogar die für den Grenzübertritt von Frankreich nach Deutschland zuständige Inspektion in Offenburg – erfolglos.

Als endlich ein Polizist die Pariser Freundin erreichte, wurde klar, warum: Die Bekannte hatte die 14-Jährige wie vereinbart in Paris in einen Zug nach „Monaco“ gesetzt – der jedoch fuhr nicht in die bayerische Landeshauptstadt, sondern in das Fürstentum Monaco am Mittelmeer. Dorthin fuhren dann auch die Tanten – nach 860 Kilometern Fahrt konnten sie ihre Nichte an der Cote d’Azur in die Arme schließen.

Die im italienischen identischen Städtenamen führen gar nicht so selten zu – wenn auch meist weniger dramatischen – Missvertändnissen. „Ich wurde mal gefragt, ob wir auch Hotels direkt an der Formel 1-Strecke haben“, erinnert sich Gabriele Papke vom Tourismusamt. Deshalb steht in den italienischsprachigen Prospekten und auf der Internetseite der Stadt auch ausdrücklich „Monaco di Baviere“. „Es kommt aber leider auch vor, dass Touristen erst an unseren Schaltern aufgeklärt werden – wenn sie nach dem Weg ans Meer fragen.“

nba

tz-Stichwort Monaco

Auf Italienisch heißt München Monaco, wie der Stadtstaat an der Côte d‘ Azur – was immer wieder zu Verwechslungen führt. Monaco heißt auf italienisch Mönch und bezieht sich auf die Mönche, die München den Namen gegeben haben sollen. Der Name des Fürstentums Monaco geht hingegen auf den Stamm der Monoiker zurück, der dort zur Römerzeit siedelte. Wie München hat Monaco einen Erzbischof, ist ziemlich katholisch und zieht die Reichen und Schönen an. Viele machen die zahlreichen Überwachungskameras dafür verantwortlich, die hier wie dort für Sicherheit sorgen. Das war’s aber dann schon mit den Gemeinsamkeiten.

Quelle: tz

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