1. tz
  2. München
  3. Stadt

Draußen verboten oder nicht? Verwirrung um Kleiderständer

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Dina Smajic, Inhaberin von Dinas Moden an der Silberhornstraße, freut sich: Sie und ihre Kollegen dürfen ihre Kleiderständer wieder vors Geschäft stellen
Dina Smajic, Inhaberin von Dinas Moden an der Silberhornstraße, freut sich: Sie und ihre Kollegen dürfen ihre Kleiderständer wieder vors Geschäft stellen © Kurzendörfer

München - Vergangene Woche konnte Dina Smajic noch jubeln – die Ladenbesitzerin durfte endlich ihren Kleiderständer wieder vors Geschäft stellen. Doch sie hat die Rechnung ohne die Bezirksinspektion gemacht

Vergangene Woche konnte Dina Smajic noch jubeln – die Ladenbesitzerin durfte endlich ihren Kleiderständer wieder vors Geschäft stellen. Vor vier Monaten hatte sie ihn wegräumen müssen.

Der Stadtrat hatte beschlossen, dass nur bestimmte Warengruppen auf den Gehwegen präsentiert werden dürfen (tz berichtete). „Das war ganz schlecht fürs Geschäft, die Kunden sind weggeblieben“, sagt Dina Smajic aus Obergiesing. Inzwischen hat der Stadtrat die neue Regelung kassiert. Vorerst bis Februar – das Weihnachtsgeschäft ist für viele Münchner Einzelhändler erstmal gerettet.

Doch Dina Smajic und andere Kollegen beispielsweise aus Obergiesing hatten die Rechnung ohne die Damen und Herren von der Bezirksinspektion gemacht. Die gaben nämlich noch am Freitag die Auskunft: „Erst eine neue Sondergenehmigung beantragen, dann dürfen die Kleiderständer wieder raus.“ Eine glatte Falsch-Information. „Die Warenauslagen dürfen sie ohne vorherige Genehmigung vor die Geschäfte gestellt werden“, stellt KVR-Sprecher Klaus Kirchmann klar.

Das so genannte Kleiderständer-Verbot hat viele kleine Ladenbesitzer schwer getroffen. Im ganzen Stadtgebiet mussten sie ihre Waren vom Gehsteig räumen. Nur Obst und Gemüse, Bücher und Postkarten sowie Postkarten und Blumen durften draußen bleiben. Es dauerte nicht lang, bis die Einzelhändler auf die Barrikaden gingen. Unter ihnen war auch Carmen Zarrin-Naal. Die Besitzerin eines Second-Hand-CD-Ladens an der Theresienstraße organisierte den Widerstand. Mit Unterschriftenlisten zog sie mit ihren Mitstreiten durch die Fußgängerzone. „In kürzester Zeit hatten wir 15 000 Unterschriften zusammen.“

Auf die Situation der Einzelhändler wurde schließlich die Münchner CSU aufmerksam – und stellte am Mittwoch vor einer Woche im Stadtrat einen Dringlichkeitsantrag zum Kleiderständer-Verbot. Das Ergebnis: Ab sofort gilt wieder die alte Regelung. Wer also bisher eine Sondergenehmigung hatte, darf seine Waren wieder auf den Gehsteig präsentieren. „Das verschafft den Einzelhändlern Luft fürs Weihnachtsgeschäft“, sagt CSU-Stadtrat Georg Schlagbauer. Man habe zwar ursprünglich für die Verschärfung gestimmt, aber nicht die Auswirkungen bedacht.

Jacob Mell

Auch interessant

Kommentare