Plastik-Kaffeebecher verbieten?

Dreck in der U-Bahn: Warum, Herr Ude? 

München - Münchner Bürger fragen, Oberbürgermeister Christian Ude antwortet. Heute geht es um das Thema Müll in den U-Bahnen. Ein Leser möchte, dass Einweg-Kaffeebecher verboten werden.

Frage: Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit wird in der U-Bahn gefrühstückt, der Müll bleibt liegen, Kaffee wird verschüttet – aber wenn man was sagt, interessiert das niemanden. Warum werden nicht wenigstens die Plastik-Kaffeebecher in der U-Bahn verboten?

Brigitte Kindl, Bogenhausen

Antwort:

Sicher: Manche Fahrgäste in den Verkehrsmitteln der MVG verhalten sich nicht so, wie es die Beförderungsbedingungen vorschreiben und nehmen zu wenig Rücksicht auf ihre Mitreisenden. Verschütteter Kaffee oder Frühstücksmüll am Boden sorgen zu Recht für Kopfschütteln und Verdruss. Weil dem so ist, ist nach den geltenden Beförderungsbedingungen auch untersagt, „Fahrzeuge, Anlagen oder Betriebseinrichtungen zu beschädigen oder verunreinigen“; Fahrgäste, die dagegen verstoßen, können von der Beförderung ausgeschlossen werden.

Trotzdem: Nach Beobachtung der MVG funktioniert das Miteinander in U-Bahn, Tram und Bus gut und größtenteils problemlos. Auch kann man nicht behaupten, dass die U-Bahn übermäßig zur Nahrungsaufnahme zweckentfremdet und so verschmutzt oder vermüllt wird, auch wenn veränderte Verhaltensweisen von Fahrgästen (z.B. Frühstück auf dem Weg zur Arbeit) festzustellen sind. Die MVG hat in den letzten Jahren auf das steigende Müllaufkommen personell und organisatorisch reagiert und die Reinigungsleistungen in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Regelmäßige Befragungen bestätigen, dass die Fahrgäste mit der Sauberkeit der MVG-Verkehrsmittel (und gerade der U-Bahn) zufrieden sind und die Intensivierung der Reinigungsleistungen honorieren.

Als eines der ersten Verkehrsunternehmen hat die MVG 2009 ein Alkoholkonsumverbot in den Bahnhöfen und Fahrzeugen eingeführt. Grund hierfür war die Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls. Ein weitergehendes Ess- und Trinkverbot ist aus Sicht der MVG jedoch nicht nötig und würde auch nicht der münchnerisch-liberalen Lebensart vom „leben und leben lassen“ entsprechen.

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