Drei Bluttaten: Irrer endlich überführt!

+
Mehmet A. (33) auf der Anklagebank: Trotz handfester Beweise bestreitet er auch seinen letzten Messer-Angriff.

München - Drei Menschen hat er hinterrücks niedergestochen – ohne Grund, ohne die ­Opfer zu kennen. Einmal konnte Mehmet A. (33) vor Gericht den Kopf aus der Schlinge ­ziehen.

Beim jetzigen Prozess wohl nicht mehr: Dem irren Messerstecher droht die langfristige Unterbringung in der Psychiatrie. In Haidhausen ging die Angst um. Ein offenbar geistesgesörter Mann stach am 18. November 2006 zwei Männer von hinten nieder.

Das erste Opfer, ein 53-jähriger Koch, wollte kurz nach Mitternacht die Haustür an der Rosenheimer Straße aufsperren. Plötzlich spürte er einen Schlag im Rücken. Er sah noch, wie ein junger Mann flüchtete. Erst in seiner Wohnung merkte der Koch, dass er blutete. Er rief den Notarzt. Das Opfer hatte riesiges Glück, stellten Ärzte im Klinikum rechts der Isar fest. Der tiefe Stich hatte knapp das Rückgrat verfehlt.

Sechs Stunden später wurde in der Balanstraße unweit vom Rosenheimer Platz ein 39-jähriger Elektriker rücklings niedergestochen und schwer verletzt. Der Täter flüchtete. Zeugen konnten nur eine vage Beschreibung des Täters geben. Zwei Tage später konnte die Polizei den als psychisch krank bekannten Mehmet A. festnehmen. Er wurde nach Haar eingewiesen.

Der Prozess im Juli 2007 um die Unterbringung in der Psychiatrie endete mit einem Freispruch, da die Taten ihm nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten. Für die Zeit in Haar erhielt Mehmet A. sogar eine Entschädigung aus der Staatskasse! Am 27. November 2008 um 19.45 Uhr schlug er wieder zu: Der 71-jährige Nikolas K. wollte gerade die Haustüre in der Kellerstraße aufsperren. Plötzlich spürte er am ­Rücken einen brennenden Schmerz. Der Täter, der sich blitzschnell aus dem Staub machte, hatte ihm eine 10 Zentimeter lange Schnittwunde zugefügt!

Zwei Tage später nahmen Polizeibeamte Mehmet A. erneut fest. In seiner Wohnung fanden sie ein blutverschmiertes Messer – das Blut des Opfers! Mehmet A. (Verteidiger Roland Autenrieth) bestreitet auch diese Tat vor der 2. Strafkammer des Landgerichts. Diesmal freilich hat er schlechte Karten, die Beweislage ist erdrückend. Nach Ansicht von Experten ist der unter einer paranoiden Schizophrenie leidende Mann „eine tickende Zeitbombe“. Der Prozess ist bis zum 5. August terminiert.

Eberhard Unfried

Auch interessant

Meistgelesen

Stammtisch trifft sich vor der Handykamera - weitere Aktionen rühren einen Corona-geplagten Wirt zu Tränen
Stammtisch trifft sich vor der Handykamera - weitere Aktionen rühren einen Corona-geplagten Wirt zu Tränen
Corona in München: Diese Geschäfte haben geöffnet - Eine große Übersicht
Corona in München: Diese Geschäfte haben geöffnet - Eine große Übersicht
Umbau am Hauptbahnhof hat Folgen für Tram-Verkehr: Mit diesen Einschränkungen müssen Sie rechnen
Umbau am Hauptbahnhof hat Folgen für Tram-Verkehr: Mit diesen Einschränkungen müssen Sie rechnen
Karte: Diese Restaurants haben geöffnet - Hier können Sie Ihr Lieblingslokal oder Unternehmen eintragen
Karte: Diese Restaurants haben geöffnet - Hier können Sie Ihr Lieblingslokal oder Unternehmen eintragen

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion