Drei Kinder bei Schulbusunfall verletzt

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Gefahrenquelle Schulbus: Nach dem Unfall in Finsing bittet die Polizei Schüler, aber auch alle anderen Verkehrsteilnehmer, in und um die Busse besondere Vorsicht walten zu lassen.

Finsing/Erding - Bei einem Schulbusunfall sind am Dienstagnachmittag drei Kinder leicht verletzt worden. Die Polizei nimmt das zum Anlass, auf die besonderen Gefahren beim Schülertransport hinzuweisen.

Der lange Schultag war zu Ende, die Kinder freuten sich, endlich nach Hause zu kommen. Dann war es ein kleiner Fahrfehler, der für drei Schüler schmerzhaft endete. Immerhin, die Kollision mit einem Lastwagen gegen 15.30 Uhr auf der Torfstraße in Finsing lief glimpflich ab.

Der 50 Jahre alte Busfahrer war nach Angaben der Erdinger Polizei mit dem rechten Rad gegen den Bordstein gefahren. Beim Gegenlenken kam der Bus mit 50 Plätzen, von denen 20 besetzt waren, zu weit auf die Gegenfahrbahn. Der entgegenkommende Lastwagen hatte nicht ausreichend Platz um auszuweichen. Beim Streifzusammenstoß verletzten sich drei 13-Jährige. Ein Bub prellte sich die Schulter, bei einem zweiten platzte die Lippe auf. Und ein Mädchen zog sich leichte Verletzungen zu. „Zum Glück musste keiner ins Krankenhaus, die Blessuren wurden vor Ort behandelt“, berichtet Bodo Urban, stellvertretender Leiter der Erdinger Polizei. Zwei Kinder wurden von ihren Eltern abgeholt. Das dritte setzte seinen Heimweg mit dem sofort organisierten Ersatzbus fort.

Nach dem Vorfall vom Dienstag will die Polizei nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. „Viele Unfälle lassen sich vermeiden, wenn sich alle richtig verhalten“, klärt Urban auf. „Der sicherste Platz ist immer noch der Sitzplatz.“ Doch egal, ob im Sitzen oder im Stehen: „Jeder muss sich die ganze Fahrt über festhalten. Denn es kann immer zu abrupten Brems- oder Ausweichmanövern kommen“, so der Vize-Dienststellenleiter. Mit Vorurteilen, es würden zu wenig Fahrzeuge eingesetzt, die noch dazu zu klein dimensioniert seien, räumt er auf: „Kontrollen zeigen, dass das nicht so ist.“ Im Landkreis sei die Situation gut.

Gedränge gebe es oft auf Linien, die von mehreren Bussen kurz hintereinander gefahren werden. „Wir müssen vermitteln, dass keinem geholfen ist, wenn sich alle in den ersten Wagen stürzen, und die anderen dann leer bleiben“, erklärt Urban.

Auch an den Haltestellen kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, vor allem am Keltenhof in Erding. „Es muss ein Umdenken stattfinden“, fordert der Polizist. „Jeder muss schon zu seiner eigenen Sicherheit warten, bis der Bus steht.“ Immer wieder komme es vor, dass ein Fahrzeug bestürmt wird, ehe es steht. „Wir bieten deshalb bereits für Grundschüler ein Schulbustraining an“, so Urban. Dabei werde der tote Winkel genauso erklärt, wie die Gefahren allein durch das tonnenschwere Gewicht eines Busses.

Schulwegunfälle im Kreis Erding sind zum Glück eine Seltenheit. Laut Urban waren es in den vergangenen Jahren jeweils vier bis fünf. „Und die sind gottlob fast alle glimpflich ausgegangen.“

(Hans Moritz)

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