Gefasst, angeklagt und verurteilt

Drei spektakuläre Kriminalfälle, die unsere Stadt in Atem halten

Diese drei Kriminalfälle halten unsere Stadt in Atem. Die gute Nachricht ist aber, dass die vermeintlichen Bösewichte schon Dingfest gemacht sind.

GEFASST

Der irre Raser aus Ramersdorf ist gefasst! Am Mittwochabend vergangener Woche war der 29-Jährige nach einer Rambofahrt auf der Melusinen- und Kölblstraße an einen Baum geprallt, hatte einen Studenten (25) gestreift und einen Mann (30) frontal erfasst. Der Mann floh zu Fuß – und ließ vier verstörte kleine Kinder allein im Auto zurück: einen Buben (5), dessen Zwillingsbruder, die jüngere Schwester (3) und einen einjährigen Buben. Zunächst entkam er, am Montag Mittag aber schnappte die Polizei den Fahrer bei einer Bekannten in Sendling. Er ließ sich widerstandslos festnehmen.

Der Mann, Cihan G., ist nach tz-Informationen ein gewalttätiger Drogenabhängiger, der kürzlich in Haft und in der Psychiatrie war. Seit ein paar Tagen sei er bei seiner Freundin, der Mutter der Kinder, untergekommen – deren Vater ist zurzeit im Gefängnis. In der Wohnung kam es wohl zum Streit. Die 26-Jährige floh, G. soll die Kinder in den Opel Zafira seiner Freundin gepackt haben und ihr nachgerast sein. Nach dem Unfall kümmerte sich der Fahrer nicht um die Fußgänger – sie erlitten Prellungen, ein Schädel-Hirn-Trauma sowie Platzwunden und werden in der Klinik behandelt. Die Kinder sind in Sicherheit gebracht worden.

ANGEKLAGT

Hat Robert B. (37) seine Schwester in deren Luxuswohnung umgebracht? Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Ungarn erhoben. Ziemlich genau ein Jahr liegt der Fall um die tote Millionärs-Witwe Elvira S. (†38) aus der Thalkirchner Straße zurück. Geldgier ist das wahrscheinlichste Tatmotiv. Robert B. hat schon ein Geständnis angedeutet.

Die Millionärs-Witwe wurde tot in ihrer Wohnung aufgefunden.

Eigentlich sollte ihr jüngerer Bruder der Millionärs-Witwe beim Umzug helfen. Stattdessen brachte Robert B. sie am 2. Februar 2016 um, wie ihm die Anklage vorwirft. „Wir sehen die Mordmerkmale der Heimtücke und der niederen Beweggründe erfüllt“, sagt Staatsanwalt Florian Weinzierl. „Gewalteinwirkung gegen den Hals“, berichtete die Polizei damals. Elvira S. war mit einem Patent-Millionär verheiratet, der 2014 verstorben war. Seitdem lebte sie zurückgezogen. Vor einem Jahr wollte sie umziehen. Gegen 11.45 Uhr an jenem Dienstag sei sie laut Zeugen in Begleitung ihres Bruders Robert B. gewesen. Am selben Tag hatte sie noch einen Termin, doch den nahm sie schon nicht mehr wahr. Von Bruder Robert B. fehlte jede Spur. Am nächsten Morgen öffnete man die Wohnung. Da war Elvira S. bereits seit 20 Stunden tot. Robert B. war noch am Tattag nach Ungarn zurückgekehrt. In seinem Heimatdorf wurde er gefasst und nach Deutschland ausgeliefert. Ab 28.3. muss er sich vor Gericht verantworten. 

VERURTEILT

Ein Jahr nach dem filmreifen Überfall auf die Goldstube am Viktualienmarkt haben zwei der drei Räuber ihre Strafe bekommen. Am Montag fiel das Urteil gegen Aleks C. (35) und Milos M. (23). Bereits zu Prozessbeginn hatten Verteidiger und Staatsanwaltschaft zusammen mit der Strafkammer versucht, einen Deal auszuhandeln. Nach zweiwöchiger Verhandlung steht fest: Die Täter gehen jahrelang in den Knast.

Spektakuläres Video: Opfer attackieren Räuber

Mit Axt und Pistole hatten sie den kleinen Juwelier in der Westenriederstraße gestürmt, Vitrinen eingeschlagen und Uhren mitgenommen. Mit der Gegenwehr des Goldstuben-Chefs Marco H. (51) und dessen Sohn Moritz (23) hatten die beiden Serben aber nicht gerechnet. Mit einer Schreckschusswaffe wurden sie zunächst verscheucht. Passanten und Polizisten stellten Aleks C. dann nach kurzer Flucht. Noch am selben Abend klickten in einem Augsburger Hostel erneut die Handschellen: Dort ­hatte sich Milos M. versteckt. Der dritte Täter, ein Kroate namens Nico, ist noch auf der Flucht.

Aleks C., der auch einen ­Hamburger Juwelier überfallen hatte, wandert nun für neun Jahre und vier Monate ins Gefängnis, Milos M. muss sechs Jahre ­absitzen. Sein Anwalt Roland Autenrieth sagte zur tz: „Das ­Urteil ist akzeptabel. Der Überfall war brutal, mein Mandant bereut die Tat.“ 

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