Jetzt beginnt der grüne Machtkampf

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Einer von drei möglichen Grünen-Kandidaten für die OB-Wahl: Hep Monatzeder, derzeit dritter Bürgermeister.

München - Der Machtkampf bei den Grünen ist eröffnet! Stadträtin Sabine Nallinger (47) und die Landesvorsitzende Theresa Schopper (50) haben gemeinsam ihre Gegenkandidatur erklärt.

Runter mit dem Visier: Bislang hatte noch niemand bei den Grünen gewagt, offiziell gegen Bürgernmeister Hep Monatzeder (59) als OB-Kandidat in den Ring zu stiegen. Am Dienstag haben nun Stadträtin Sabine Nallinger (47) und die Landesvorsitzende Theresa Schopper (50) gemeinsam ihre Gegenkandidatur erklärt. Sie bewerben sich als OB-Kandidatinnen für die Kommunalwahlen 2014. Der Machtkampf bei den Grünen ist eröffnet!

Nach dem Abtreten von Amtsinhaber und Polit-Schwergewicht Christian Ude (SPD) rechnet sich die Öko-Partei echte Chancen aus, das Stadtoberhaupt zu stellen, zumal sie derzeit heftigen politischen Rückenwind spüren.

Für Monatzeder war es eine natürliche Angelegenheit, die Kandidatur der Grünen für sich zu beanspruchen. So war er bislang immer gegen Amtsinhaber Ude angetreten, um dann als dritter Bürgermeister in Amt und Würden gesetzt zu werden.

Doch die Partei sieht es im Gegensatz zu Monatzeder nicht als selbstverständlich an, dass er für die Grünen 2014 wieder in den Ring steigen soll. Auf einer Stadtversammlung wurde beschlossen, dass sich die Kandidaten in öffentlichen Versammlungen vorstellen können. An deren Ende wird abgestimmt, wer am meisten überzeugt hat. Das letzte Wort in der Frage der OB-Kandidatur soll aber die Partei in einer Stadtversammlung haben.Monatzeder will sich dieser Prozedur aber nicht stellen: „Ich stehe für die OB-Foren nicht zur Verfügung.“

Also werden sich nur Nallinger und Schopper in den Castings messen. Nallinger zur tz: „Ich bin von vielen Parteifreunden dazu ermutigt worden, weil ich eine Integrationsfrau bin.“ Bei ihr sei die Entscheidung erst vor kurzem endgültig gefallen.

Und wie sieht es die Gegenkandidatin? „Die Kommunalpolitik ist ein spannendes Feld, man ist unmittelbar nah dran am Geschehen und kann mitentscheiden. Es geht um das spannendste Amt, das München zu bieten zu hat“, so Schopper.

Und was sagt Hep Monatzeder zur Konkurrenz? „Wir haben drei hervorragende Kandidaten: Zwei Frauen und einen Mann. Die Stadtversammlung wird beschließen, wer von uns dreien schließlich in den Wahlkampf zieht.“

Und so sieht es bei den anderen aus

Während bei den Grünen sich zwei Frauen und ein Mann um die OB-Kandidatur bewerben, ist es bei der SPD genau umgekehrt: Hier haben Sozialreferentin Brigitte Meier (46), Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (53) und Fraktionsvorsitzender Alexander Reissl (53) ihren Hut in den Ring geworfen. Bürgermeisterin Christine Strobl (50) und SPD-Stadtvorsitzender Hans Ulrich Pfaffmann (55) haben ihre Kandidatur zurückgezogen.

Die Fußstapfen sind groß: OB Christian Ude genießt sehr hohe Bekanntheits- und Sympathiewerte, mit denen sich bestenfalls der grüne Bürgermeister und Aspirant für eine OB-Kandidatur Hep Monatzeder noch halbwegs messen kann. Derzeit tingeln die SPD-Aspiranten durch die Ortsverbände, um sich der Parteibasis vorzustellen. Wann die Sozialdemokraten ihren Kandidaten aufstellen werden, ist noch unklar.

Bei den Christsozialen scheint es hingegen festzustehen, wen sie ins Rennen schicken: Wie beim vorigen Mal wird die CSU 2014 voraussichtlich wieder den jetzigen Fraktionsvorsitzenden und Rechtsanwalt Josef Schmid (41) auf den Kandidatenschild heben. Der neue Münchner CSU-Vorsitzende und Kultusminister Ludwig Spaenle hat ihm dafür die volle Unterstützung zugesichert. Schmids Bekanntheit steigt ebenso wie seine Beliebtheit, er liegt derzeit vor den SPD-Konkurrenten.

Johannes Welte

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