Neue Masche bei Senioren

Dreiste Tricks der Teppichbetrüger

München - Die goldenen Zeiten des Teppichhandels sind vorbei. Das spüren auch Betrüger, die umgesattelt haben - auf eine miese Masche.

Jetzt schwätzen sie Senioren sinnlose und maßlos überteuerte Teppichreinigungen auf, lassen sich mit Gold und Schmuck bezahlen und checken, was noch zu holen ist.

Der jüngste Fall ereignete sich erst kürzlich in der Forstenrieder Allee, wo sich eine 80-Jährige mit Teppichreinigern einließ. Bei der Rück­gabe bettelte einer der Männer die Frau tränereich um ein Darlehen an, um seine in Pakistan zurückgelassene Nichte nach Deutschland holen zu können. Mehr als 15 000 (!) Euro lieh die Rentnerin dem Fremden. Bis zum 3. Januar sollte sie ihr Geld zurückbekommen. Er meldete sich nie wieder …

Wie in früheren Zeiten auch, kursieren in Betrügerkreisen immer noch die Adressen von Senioren, die vor vielen Jahren zum Beispiel in die Türkei Teppiche erstanden. Damit ist die Kontaktaufnahme völlig unverdächtig.

In manchen Fällen griffen Betrüger sogar zu Flugblatt-Aktionen, in denen eine günstige Teppichreinigung samt Lieferservice zum Preis von 7,80 pro Quadratmeter angepriesen wird. Zum Teil tarnten sich die Täter auch mit kleinen Teppichläden, die allerdings schnell wieder schließen. Der Allerwelts-Teppich war dann plötzlich so kostbar, dass er „sieben Mal mit Quellwasser und sieben Mal mit Regenwasser“ gewaschen werden musste – zu Irrsinns-Preisen von 6000 bis 32 000 Euro! Das ist natürlich Betrug und sollte sofort angezeigt werden. Experten-Rat: Teppiche gehen bei Reinigungen kaputt. Falls notwendig, sollte eine Reinigung nicht viel mehr als zehn Euro pro Quadratmeter kosten.

Dorita Plange 

Rubriklistenbild: © dpa

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