Dreister Erpresser nervt Münchner Wirte

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Jan Oltznauer (r.) und Filip Cerny bei der Wiedereröffnung des Bavarese

München - Einer dreisten Erpresser-Masche müssen sich jüngst Wirte in der Isarvorstadt erwehren. Der Wirt des Restaurants Bavarese berichtet, wie der Ganove vorgeht. Es ist wohl kein Einzelfall.

Einen Tag vor der Wiedereröffnung des italo-bajuwarischen Restaurants Bavarese in der Ehrengutstraße tauchte am vergangenen Donnerstag ein Mann auf der Gerade-Noch-Baustelle auf und verlangte nach dem Wirt.

„Dann erklärte er mir, dass er vor vier Wochen hier mit seiner Frau und einem Geschäftsfreund beim Essen war und eine Lebensmittelvergiftung davongetragen hätte“, berichtet Jan Oltznauer. Alle drei hätten tagelang gelitten, Gewinnausfälle hinnehmen und hohe Arztrechnungen bezahlen müssen.

„Die wollte er ersetzt haben, einen konkreten Betrag nannte er aber nicht.“ Auf die Frage, warum er sich nicht gleich gemeldet habe, meinte der Besucher, das Lokal habe doch seit mehreren Wochen wegen Renovierung geschlossen, „der hat sich gut ausgekannt“, folgert Oltznauer.

Der Wirt erbat von dem vermeintlichen Gast Name und Telefonnummer, er werde sich erkundigen bei seinem Personal und ihm dann Bescheid geben. „Die Telefonnummer hat er mir nicht gegeben, er meinte, er habe sein Handy verloren und sei telefonisch nicht erreichbar, dann beharrte er noch mal darauf, ich möge ihm endlich sein Geld geben“, erinnert sich der Gastronom.

"Ich war ganz schön baff"

Das gehe nicht, habe Oltznauer deshalb noch mal geantwortet, er möge schon verstehen, dass er nicht jedem, der hier hereinspaziert und ihn mit nicht nachprüfbaren Geschichten konfrontiert, Geld geben könne. Dieses Verständnis brachte der ca. 40-jährige, stämmige, zunächst höfliche Besucher allerdings nicht auf und ging in die Vollen: „Wollen Sie, dass ich Sie verklage? Ich weiß, dass Sie morgen hier Wiedereröffnung feiern, das können Sie vergessen, ich mache Sie fertig, in Ihren Laden kommt keine Sau mehr, dafür werden meine Anwälte und die Presse sorgen“, soll er zu Oltznauer gesagt haben.

Der blieb ruhig und meinte, er würde zur Klärung der Angelegenheit dann doch besser die Polizei hinzuziehen, das sei wohl in beiderseitigem Interesse, worauf der Gast sich schnell zurückzog, kurz darauf aber noch mal in dem Lokal auftauchte und den Wirt fragte, ob er wirklich wolle, dass er seine Aktion jetzt starte und Rechtsanwälte und Presse auf ihn ansetze. Oder er ihm nicht doch freiwillig was zahlen würde.

„Ich war ganz schön baff“, erinnert sich der Gastronom, der auf der anderen Straßenseite zusammen mit seinem Kompagnon Filip Cerny auch die Bar Valentinstüberl betreibt. Deren Betriebsleiter Felix war Zeuge des Gesprächs, und meinte danach zu seinem Chef: „Den Typ kenn ich, der war schon bei uns im Stüberl und wollte Geld, weil wir ihn angeblich mit einem Schinken-Käse-Toast vergiftet haben sollen.“ Nun sind die beiden gespannt, welcher ihrer Wirte-Kollegen diesen „Gast“ noch kennt.

Tom Oßwald

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